Laodikeia

Laodikeia

Bevor es losgeht: Ich habe im Blog von gestern einen update gemacht und nachträglich die Bilder aus der ‹grossen› Kamera hochgeladen in einer weiteren Galerie. Hat ein paar ganz nette Bilder drunter, finde ich.

Heute morgen ist mir eingefallen, dass ich gestern den Norman gar nicht gefragt hatte, ab wann es Frühstück gibt. Egal – um 8 werden die sicher soweit parat sein, erstmal duschen und dann die wenigen Sachen zusammenpacken. Das ist wirklich noch ganz angenehm. Hast Du weniger dabei, hast Du weniger Stress.
Da ich die wieder hinter der Tür werkeln gehört hatte, hatte ich nicht den leisesten Zweifel wegen dem Frühstück. Also raus und in die Gaststube, die Norman gerade mit einem Schlauch überschwemmt hatte. Machen die das in Ägypten nicht auch so? Die Tasche habe ich dann erstmal im Auto versorgt – der Hund war zwischenzeitlich weg – und bin wieder rein um zu fragen, ob (nicht wann!) ich denn Frühstück haben könnte. Die Antwort war: ‹Frühstück ab 9:30›. Uiiii…. Eigentlich sind die ja ganz fleissig in der Türkei, aber wohl eher spät dran hier auf dem Land. Was solls, ich habe das Zimmer bezahlt in bin die Strasse langgefahren, die mir das Navi angegeben hat. (Kein Witz!)

Ich bin auch eine Strasse

Vorbei an nicht gesichteten Schildkröten ging es dann über die Landstrassen (die im Normalfall mit etwas über 100 befahren werden) Richtung Denizli. Denizli ist die zweitgrösste Stadt in der Ägais Region nach Izmir. Ich habe da letztes Mal vor einem Jahr einen Bogen drum gemacht. Will heissen, ich habe die Stadt nicht angeschaut. Das hatte damals damit zu tun, dass da eine ziemliche Smog-Glocke drüber hing. Vielleicht ist es ja dieses Mal besser, dann könnte man ja… war es aber nicht. Also Planänderung. Ich hatte festgestellt, dass ich noch etwas wesentliches verpasst hatte. Nein – nicht die Schildkrötenschilder.

Turtle crossing
Zufahrt zu Denizli
Zwischendrin noch lecker Frühstück – vor 09:30!
Der Ritt nach Denizli
Mal wieder richtig Grosstadt-Flair mit Verkehr. Bin ich gar nicht mehr gewohnt…

Die Planänderung war dann, dass ich mir Laodikeia anschauen wollte. Einen kurzen Moment hatte ich noch überlegt ob ich nach Aphrodisias fahren sollte. Der Name hört sich ja vielversprechend an. Aber nu – bin ja allein unterwegs…. 🙂

Laodikeia ist wie Aphrodisias eine alte lykische (griechische) Stadt. Da wird auch heute noch gegraben und geforscht. Es war eine grosse, blühende Stadt – bis dann eines Tages ein paar Erdbeben nacheinander kamen und man sie dann schlussendlich aufgegeben hat. [kleiner Einschub an dieser Stelle: Letztens hatten wir in der Marina so circa 3 hintereinanderfolgende Riesenwellen. Das war aber nicht von einem Schiff. Okan hat vermutet, dass das ein Untersee Beben war. Für die Boote wars kein Problem. Hat ein bisschen gerappelt im Gebälk und das wars dann.]
Was man aber sehr gut sehen kann – auch heute noch – ist, wie fortgeschritten das alles war, was schon die Griechen gebaut haben. Da gab es ein ausgewachsenes Abwassersystem unter der Stadt mit einem grossen Kanal unter der Hauptstrasse ( Irgendwo muss der Sch… ja hin. Hatten sie im Mittelalter irgendwie vergessen. Kann ja mal passieren.) Selbst verständlich fliessend Wasser – zumindest mal in die Tempel. Die restlichen Bevölkerung hatte eben Brunnen. Damit nicht genug, nicht ein, sondern gleich zwei Theater. Und einen Riesen Tempel in der Mitte. Die Bilder habe ich alle in eine Galerie, damit man sie auch grösser anschauen kann.

Ranopama Bild

Nach so viel Kultur bin ich dann nur paar Meter weiter zu Varol Textil gefahren. Die Gegend hier ist ja bekannt für seine Baumwollerzeugnisse. Dort hatte ich schon die Bettbezüge und die Decken gekauft. Durch den Umbau der vordere Kabine war dort jetzt was passendes norwendig als Bezug. Und – ich habe tatsächlich das letzte Teil von der Serie erwischt. Sie wollten mir zwar zuerst so orientalisch gemusterte (nicht schlecht aussehende, davon mal abgesehen) Bezüge verkaufen, aber wir haben dann doch noch so eines gefunden, wie ich wollte.
Und dazu noch wunderbare Pestemal in Super Qualität. Eine Seite glatt, eine Frottee. Das bedeutet jetzt also, dass die Gäste keine Handtücher ins Fluggepäck zwängen müssen. Ist alles da. Man kann verreisen, wie wenn man in ein Hotel geht. 😉

Bei Varol
…fette Beute gemacht. 100% Pamuk. Dann werden die Synthetiklappen, die ich mal in Korsika gekauft habe (schön blöd..) jetzt zum Putzlappen degradiert.

Den Rest des Tages habe ich dann mit der Rückreise, einem sauwichtigen Telefonat und dem Kauf eines neuen Benzinkanisters für den Aussenborder verbracht. Der alte war schlicht undicht und hatte mir das Auto vollgestunken.

Rückfahrt durch die Berge bei Mugla


Dann wars Zeit, die feinen gefüllten Paprikaschoten von Ayse aufzuwärmen und ein Bier aufzumachen…



1 thought on “Laodikeia”

  • Hi Sven,
    ja, Putzlappen braucht man immer wieder….
    sage mal, wo waren diese archäologischen Kostbarkeiten??? Wurden die jetzt erst ausgebuddelt oder sind sie damals an uns vorbeigegangen?? Das würde mich ja ärgern. Auf jeden Fall prima, daß Du sie für uns fotografiert hast. Außerdem stelle ich fest, daß Du wohl nicht verhungerst und Ayshe ebenfalls darauf achtet. Brav!
    Hier hat nun Regen die Sonne abgelöst, alle haben ja danach geschrieen.
    Ansonsten gibt es hier nichts Neues, wir wünschen Dir noch eine schöne Zeit an Bord
    Maus

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