Sabotage durch die Militär Schildkröte (Turkish Mutant Ninja Turtle)

Sabotage durch die Militär Schildkröte (Turkish Mutant Ninja Turtle)

Nun ist es schon einen Tag später, bis ich dazu komme zu schreiben. Der Montag war einfach recht gefüllt bis um 22:00 und ich musste ja am nächsten Tag wieder um 5:30 raus um zum Flughafen in Dalaman zu fahren.

Morgens nochmal in den Pool gesprungen, abgeduscht um dann den Motor, der jetzt zuverlässig läuft, anzuwerfen. Erstmal noch Kühlwassser kontrolliert, den Anker hoch und dann gings los – aus der Bucht raus, in der ich nun fast zwei Tage ‹rumgehangen› bin. Der Autopilot ist eine super Erfindung, ganz speziell wenn man allein unterwegs ist.
Also erstmal eine Kaffee und provisorisches Frühstück gemacht. Der Plan war, etwa um 10 an der Tankstelle zu sein. Dann etwa um 11 in der Marina – bevor der Wind einsetzt und das Anlegen in der Marina wieder schwieriger zu machen.

Kaptan is leaving the bay


Beim rausfahren aus der Bucht hat mich dann eine ‹Supergület› überholt. Ein anderer Name fällt mir da gerade nicht ein dafür…

Die Riesen Super Gület

Nachdem ich aus der Bucht raus war, habe ich dann Kurs auf Marmaris angelegt. Nicht ganz direkt, denn da ist noch das Militärsperrgebiet dazwischen. Und man tut gut daran, da wenigstens den Bogen um die vorgelagerte Insel zu machen. Mich hatte da letztes Mal schon mal die Küstenwache angehalten, das brauche ich nicht nochmal. Es war nur sehr wenig Wind – dazu noch aus einer ungünstigen Richtung. Also einfach mit Motor. Das war mir auch nicht so unrecht, ich wollte ohnehin, dass er mal eine Weile läuft – einfach auch aus Testzwecken.

Das Kap am Ende der Bucht. Da ist schon Sonnenschein…
Hier rechts abbiegen

Ich war so etwa eine halbe Meile von der Insel weg, da dachte ich ‹Da schwimmt doch irgendein Müll im Wasser›. (So geht es mir in dem Moment meist, wenn ich so ein Exemplar sichte. 🙂 Das war sogar noch eine recht Grosse und sie hatte tatsächlich den Kopf aus dem Wasser. Ich habe den Motor gedrosselt und überlegt, ob ich nochmal umdrehen soll für ein Foto. Wie es dann genau vor sich ging, weiss ich nicht mehr – auf jeden Fall kam mir etwas komisch vor. Die Batteriespannung war abgesunken – ist denn die Lichtmaschine nicht mehr am Laden?
Also mal runter und die Motorabdeckung weggenommen. Da kam mir dann eine Riesendampfwolke entgegen und das Wasser aus dem Kühler sprudelte munter in die Bilge. Na super! Erstmal Motor aus und Okan angerufen. Er meinte, er könnte nach Ecincik kommen. Aber das half nicht viel, dazu hätte ich ja 1.5h zurück müssen. Was ein Glück, dass es ein Segelboot ist. Habe ich eben bei lauem Wind die Segel gesetzt direkt vor der ‹Militärinsel›. Das brachte zwar nur 1.5kn Fahrt, aber besser als nichts. Dann habe ich mich daran gemacht, das Kühlwasser nachzufüllen. Vorsichtig aufgemacht…. Gluck Gluck Gluck…. hmmm… da geht aber viel rein. Läuft das unten wieder raus?
Da fiel mein Blick auf die Lichtmaschine. Und dass da etwas nicht mehr da war, was da hätte sein sollen. Nämlich der Keilriemen. Der hatte sich zerbröselt und lag in der Bilge. So ein Mist. Ich hatte den ja immer mal noch nachspannen wollen, hatte das zwar auch Okan gesagt – aber gut, dabei ist es wohl geblieben. Er hat eben dann immer eine Weile gequietscht, wenn Last auf der Lichtmaschine war. Aber da habe ich mir so viele Gedanken nicht drum gemacht, denn meist hörte das ja dann schnell auf. Jetzt hatte es zwar auch aufgehört, aber aus einem anderen Grund. Mist.

Da war ja noch ein Ersatzkeilriemen? Alsdenn – Die nicht vorhandenen Ärmel hochgekrempelt und das Teil gewechselt. Während ich so am arbeiten war, gab es dann immer mal noch Unterbrechungen. Der Wind hatte gedreht und der Bug der Mustang zeigte genau auf die Insel. Das musste echt eine Verschwörung sein. Wo hatte ich nochmal meine Alukappe hingelegt? Echt wahr.

Schweisstreibende Arbeit: Keilriemen ersetzen unter erschwerten Bedingungen.

Nach einer Weile hatte ich das dann aber inclusive kreativer Keilriemenspanntechnik mit Hilfe einer Winsch geschafft und der neue Keilriemen war drauf. Den Motor angelassen und da das Wasser nun nicht mehr so prominent aus dem Kühler spritzte, habe ich die Segel geborgen und die Fahrt mit dem Motor fortgesetzt. Das ging dann mit Verzögerung auch ganz gut. Da hatte mir doch die Schildkröte echt ein Ei gelegt, anstatt das am Turtle Beach loszuwerden.

Bei der Einfahrt ins Becken von Marmaris kamen mir dann 20 Schiffe gleichzeitig entgegen. Ich war schon versucht, die Hände hochzunehmen. Aber es waren nur Gülets. Etwa die Hälfte davon so Party Dinger. Ich habe mich dann zwischen denen durchgewühlt, denn ich wollte ja zur Tankstelle.

Die Gület Armada von Marmaris

Die Tankstelle war der nächste Aufreger. Das hatte ich ja auch noch nie allein gemacht. Aber es sollte eine Weile dauern, bis ich dran kam. Da waren einige Boote vor mir und dann noch so ein unverschämter Typ mit seinem Katamaran, der sich einfach mal vorgedrängt hat. Hatte ich jetzt auch noch nicht erlebt. Nur gehört, dass die Russen manchmal zu solchen Aktionen fähig sind. Vermutlich war das einer.

Es ist was los an der Tanke. Mit dem Boot bei etwas Wind wartet es sich nicht ganz so komfortabel wie im Auto.

Es war offensichtlich. Der Tag war ein Test meiner Geduld. Anders konnte das ja nicht sein. Irgendwann kam ich dann dran und habe ziemlich weit vorn anlegen müssen. Einen Passanten habe ich gefragt, ob er mir helfen kann, denn von den Tankwärtern war keiner zu sehen. Das hat er dann auch gemacht und so habe ich das mit der Tankerei dann auch erledigt gehabt. Gülle (Fäkalientank) abpumpen ging an dem Ort leider nicht. Der Schlauch zum Tanken war zwar lang genug, aber der zum Wastewater abpumpen eben nicht. Was solls. Ein anderes Mal halt. Da hatte ich jetzt keinen Nerv mehr, dann das Boot nochmal verlegen und nochmal warten.

Zurück in der Marina habe ich dann alles mit Okan besprochen und habe festgestellt, dass es hier in Marmaris viel wärmer war. Okan meinte, es sei einfach heute heiss. Und das war es. Als dann Okan meinte, er müsse wohl mal eine Stunde schlafen, war ich froh, dass nicht nur ich mich so gerädert fühle. So habe ich tatsächlich auch mal Siesta gemacht. War ganz gut, danach habe ich den Rest noch aufgeräumt, Okan überredet zum Abendessen und bin dann duschen gegangen.

Der Abend mit Okan war wirklich nett und wir hatten es kurzweilig. Er hat mir dann auch von den Turbulenzen wegen der Inflation erzählt. Eigentlich wollte er sich ein kleines Häuschen kaufen. Aber dann seien die Immobilienpreise durch die Decke. Jetzt überlegt er sich wie er das dann hinkriegt…. Man merkt es schon, es sind an einigen Stellen die Preise stark angestiegen.

Deswegen haben wir uns aber das Essen trotzdem nicht vermiesen lassen – es gab Kebap ‹Ali Nazir›. Das ist eine Zubereitung auf einem Yoghurt/Auberginen Bett. Ziemlich lecker…

Kebap Ali Nazir
Da haben wir gut gespeist…


1 thought on “Sabotage durch die Militär Schildkröte (Turkish Mutant Ninja Turtle)”

  • Na, wenn das kein krönender Abschluß war!!! Darauf hättest Du auch noch verzichten können, aber jetzt bist du ja wieder zu Hause.
    einen schönen Abend
    Maus

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