Salda

Salda

Heute war Ausflugstag. Gut – morgen auch noch, aber mal nicht Marina. Um 7 losgefahren, ich dachte mir es gibt wohl unterwegs schon noch irgendwo was zum Frühstück. War dann auch so. Frühstück gibts hier an jeder Ecke, kein Problem. Laut Google*in geschätzt so 5 Stunden sollte ich da brauchen, es waren ja auch einige Nebenstrassen dabei. Glücklicherweise hatte ich mich entschieden, dann doch nicht die ganz kleinen Strassen auf der Karte zu nehmen. Sonst wäre ich wohl jetzt noch nicht da.

Sonnenaufgang – los geht’s!
Vorbei an Huhn und Hund

Beim vorbeifahren habe ich dann bei der Melonenfrau, die diesmal keine Melonen hatte einen Tee getrunken und einen Honig und einen Orangensaft gekauft. Letztens hatte ich festgestellt, dass ich in einen Honig Engpass laufe. Das musste ich unbedingt verhindern. Die Entscheidung ist dann auf einen dunklen Honig gefallen. Hellen Honig kaufe ich dann mal als Wabe. Gibt es hier recht oft, die Türken mögen das wohl. Und ich auch. 🙂

Nach Fethiye ging es dann ab in die Berge. Und wie! Ich bin zwar schon mal durch die Berge hinter Marmaris gefahren, aber das waren ja fast die türkischen Alpen. Wasserknappheit gibt es da offensichtlich nicht, denn alle paar hundert Meter war eine kleine Raststelle mit einem Brunnen – und meist auch einer Moschee. Also… wenn man das so nennen kann. Wenn man aber dringend beten muss, tut’s das wohl auch.

Brunnen..
…mit Moschee…
…sauber gen Osten ausgerichtet. Ich hab auf den Kompass geschaut. So könnte man sich auch orientieren, wenn man keinen Kompass dabei hat. Die Ausrichtung vom Gebetsteppich stimmt immer.

Die ganze Fahrt zog sich denn auch ein bisschen in die Länge, aber es war schon spannend die Ortschaften zu sehen. Schlussendlich war ich dann richtig auf dem Land gelandet. In einem Dorf dachte ich fast, ich hätte ein Deja Vu. Sah praktisch gleich aus, wie ein griechisches Dorf, an das ich mich noch gut erinnere. Auf jeden Fall war es dann sehr ländlich. Wirklich. Aber das hat auch was.
Davon mal abgesehen – die Strassen dorthin wären was fürs Motorrad gewesen. Etwa eine Stunde lang bin ich nur Kurven gefahren. Trotzdem hat mich noch einer mit seinem Lieferwagen überholt. Der hat wohl den Beruf verfehlt. Formel 1 Pilot wäre eher was für den.

Wildschweine!
Der war auch gut. Lieber tot, als Schwung verlieren! Er ist dann mit Vollgas durch eine von den Arbeitern eiegntlich geregelte Baustelle durchgeschossen. Das fanden die weniger lustig.
Einer der Pässe. Der höchste war 1600m
Auch noch eine nette Raststelle. Mit Brunnen und Blümchen. Ist das jetzt auch eine Moschee? Angeschrieben war es nicht als solche, aber der Teppich lag gen Osten.
Nach dem Pass gehts auch mal wieder runter…
Auf dem Land angekommen.

Auf dem Weg aus einem Bauerndorf, als es wieder auf eine grössere Strasse ging habe ich dann ein Wohnmobil mit Kennzeichen aus Augsburg gesehen. Holla. Sowas. Sieht man selten – dachte ich. Als dann Richtung Salda immer mehr Autos mit deutschem Kennzeichen und ein Reisebus auftauchten, beschlich mich so ein merkwürdiges Gefühl. Sollte das sowas wie Pamukkale sein und ich hatte einfach keine Ahnung davon? Möglich wäre das ja. Ich hatte ja einfach auf der Karte geschaut, was vielleicht interessant sein könnte. Und nicht im Reiseführer.
In Salda angekommen, hat sich das Gefühl zum Teil bestätigt. Ein Riesenparkplatz – nagelneu. Mit standardisierten Souvenir Verkaufsständen. Allerdings… der Parkplatz war höchstens zu einem Drittel belegt und die Verkaufsstände auch.
Was dann kam, war sehr eigenartig. Ich bin eben weitergefahren durch Salda. Und das Dorf ist noch ein ländliches Dorf. Nur an etwa zwei Häusern hingen schon die aufblasbaren Gummienten und sonstiger Plastikkram. Ein Dorf an der Schwelle zum Massentourismus – der aber noch nicht angekommen ist. Das könnte in ein paar Jahren anders aussehen. Der Salda See ist ein Kratersee (auf 1’180m Höhe) und hat teils extrem weisse Strände. Das ist wohl eine Art Bimsstein oder Kalktuff. Der See selbst war wohl schon Inhalt mehrerer Forschungen, auch die NASA war wohl schon da. Die Zusammensetzung des Wassers ist wohl recht einzigartig. Und soll der Haut gut tun. Na – mal sehen.
Nebenbei auch noch der wahrscheinlich tiefste See der Türkei.
Blöderweise habe ich zwar die grosse Kamera mitgenommen – aber das posten der Bilder muss noch warten, weil ich den Adapter auf dem Boot vergessen habe. Dennoch, ein paar Bilder gibt es jetzt schon vom Händie.

Um den See rum…
Im Restaurant gabs Fisch..
ein weisser Strand
…cay (Tee)…
Aussicht von einem Restaurant
…und ‹verstecktes› Bier

Das in dem Restaurant war noch witzig. Der Mann, der mich bedient hat (vermutlich der Eigentümer) kam nach einiger Zeit und meinte, sie hätten leider keinen Ayran mehr. Das wollte ich eigentlich. Aber auf Pepsi & Co hatte ich keine Lust. Also habe ich gesagt, ich hätte gern ein Efes (Biermarke hier). Das hätte er auch nicht… Also ich: ‹Ok, dann ein Mineralwasser›. Nach ein paar Minuten kam er wieder und hat mir das Bier auf den Stuhl hinter den Rucksack gestellt und breit gegrinst. Was das wohl war? Entweder hat er keine Lizenz, Allah darf es nicht sehen – oder der Landesfürst. Sehr interessant und erheiternd. Das Bier hat dann soviel gekostet wie das restliche Essen. Immernoch nicht die Welt – verglichen mit Zürich – aber das Verhältnis ist schon beeindruckend. Alkoholisches ist hier ohnehin teuer.
Ich war dann mal noch Baden und habe mich auf die Suche nach einem Hotel gemacht. Den eigentlichen Plan, in Salda eine Bleibe zu suchen, habe ich gekippt. Ich war ohnehin schon fast um den ganzen See rum und im übrigen an einigen Expeditionsabenteurern vorbei. Ich weiss nicht, wie man die sonst nennen sollte. Das sind so welche mit so Riesen geländegängigen Wohnmobilen (Grad gegoogelt: ‹Expeditions Wohnmobil›). Alle aus Deutschland. Man könnte hier auch zelten…Camping geht auch. Und mein Hotelzimmer ist mit 15 Euro nicht wirklich teuer. Ja nu – muss man wohl machen, solange es noch geht, das Teil an den Strand zu stellen.

Abends dann noch nett Föteli gemacht vom Sonnenuntergang…und was im Hotel gegessen (Endlich wieder mal Köfte!). Sonnenuntergang darf auch nicht fehlen. Das war’s für den Tag. Morgen gehts Richtung Pamukkale. Aber nicht nach Pamukkale selbst. Da war ich schon während Corona – ohne Leute. 🙂

Der Sonnenuntergang auf 1.180 Meter


1 thought on “Salda”

  • Hallo Sven,
    Du erkundest die Türkei?! Hast in «Bates»Hotel auch hoffentlich mal hinter den Duschvorhang geguckt??? Hach je, die «Gipsy» hinter Deinem Auto, Erinnerungen werden wach. Und gute Vorsätze wackeln. Die Strandsteine dürften wohl Lava sein, nur schon seit Jahren wohl ausgeblichen.Ansonsten hast Du ja Sonnenuntergänge im Überfluß, sehr schön.
    Die Katze könnte «Paula» heißen, so ähnlich sieht sie ihr. Auf Deiner Fahrt triffst Du hoffentlich nur auf lebende Hunde und Katzen.. Soviele.Wasser (Brunnen) und Gebetsteppiche unterwegs , gabs damals noch nicht, so kann man sehen wie das Land in die muslemische Ecke rückt.
    Komm wieder gut nach Hause in Deine Marina, mit Stoff von Pammukale?
    Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt
    Maus

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