Solo… (Bir EFES, Lütfen)

Solo… (Bir EFES, Lütfen)

Heute morgen stand ja noch der Austausch der Rolle vom Grossfall an. Ich hatte den Riggern zwar gesagt, dass ich um 10 los will – aber die waren wohl der Meinung, sie sollten um 10 da sein. Nuja, ganz so schlimm war das auch nicht. Denn Okan kam und dann gab es ein Frühstück an der Werkstatt. Gar nicht so unflott muss ich sagen. Sinnigerweise hat das Frühstück Anna gemacht (also gleicher Name wie das Café Anna in Marmaris). Lecker!
Jetzt bin ich dann schon so geeicht, dass ich den Tee auch ohne Zucker trinke. Geht durchaus. 😉

Hoppla, ein Selfie!
Das Werkstatt-Frühstück von Anna

Während dem Frühstück fragte mich dann Okan, ob ich denn den Wassertank schon getestet hätte. Nein, hatte ich nicht. Ich wollte das Wasser nicht in den Tank laufen lassen, während ich am frühstücken bin. Und vermutlich hatte ich mich auch nocht getraut. Nach so einigen Rückschlägen…

Dann kamen auch die Rigger mal und haben die Rolle vom Grossfall (Für Landratten: Das Seil, wo man das Grossegel mit hochzieht 🙂 ausgetauscht. War wohl auch nötig, wenn man die alte Rolle sieht.

Da rollt wohl nicht mehr viel….
Dicht!!!!!

Irgendwann ruft dann Okan: ‹Der Wassertank ist voll!› Ich habe nach unten geschaut und gesagt: «Das kann nicht sein. Da unten ist alles trocken. Bist Du sicher? » Also nochmal Wasser aufgedreht und gewartet, bis es oben übergelaufen ist. Tatsache. Der Tank ist dicht!!!!! Huraaaaaa!
Eine lange Geschichte hat Ihren Abschluss gefunden. Jetzt ist die Bilgenpumpe arbeitslos und es wird unten im Schiff wohl trocken sein in Zukunft. Was ein Segen. Noch schnell eine neue, stärkere Wasserpumpe eingebaut – die wird wohl damit fertig, dass irgendwo in der Zuleitung (die ich noch nicht ersetzt, weil nicht bis zum Tank gefunden habe) wohl ein wenig Luft reinkommt oder was auch immer noch für ein Minimalproblemchen jetzt noch da ist.
Relativiert sich alles – das meiste funktioniert jetzt. Das hat wohl auch Okan zu dem Satz bewegt, dass das sehr professionell gemacht sei. Er hätte ja die neuen Leitungen gesehen. Tut auch mal gut. 🙂

Als sich die Rigger verabschiedet haben, hat mir Murat (so hiess er glaube ich) erklärt, dass der wichtigste Satz in türkisch ist: ‹Bir Efes, Lütfen› (Ein Efes Bier bitte). Er spricht ein wenig Deutsch und wollte wissen, wie das so sei. Klarer Fall – viel besser als mein türkisch. Aber vielleicht wird das ja noch.

Dann noch zum Laden vor und Olivenöl kaufen, das war nämlich keins mehr da. Und vielleicht will ich in der Bucht ja mal einen Hasen Salat machen. Anschliessend klarmachen zum Ablegen. Ich habe der Marina Bescheid gesagt, dass ich raus will und die kamen gleich zu dritt angerückt mit Schlauchboot und haben dann die Leine von dem Boot neben mir (der Vater ist der Ingenieur und nett – der Sohn ist mitsamt seiner Freundin eher arrogant) weggemacht. Die verlief nämlich vor meinem Boot, da hätte ich gar nicht raus können.

Jetzt war es soweit. Ein wenig nervös war ich schon. Das erste Mal allein mit einer Segelyacht auf dem Mittelmeer. Uff. Erstmal mit dem Motor aus der Marmaris Bucht raus. Da hatte es mit 20kn recht ordentlich Wind, das war mir für den Anfang mit Grosssegel und Genua etwas zu viel – allein.

Unter Motor aus der Marmaris Bucht. 24.7kn Wind. Sieht man rechts unten. Der Windmesser geht!

Es wurde dann etwas ruhiger und so habe ich mal mit dem kleinsten Segel angefangen. Hat geklappt. Ich bin dann noch bis querab von dem türkischen Militärgebiet mit Motor und Segel. Dann bin ich mutig geworden und habe das Grossegel gesetzt. Entspanntes Segeln raumschots mit gleicher Geschwindigkeit wie mit dem Motor. Nur leiser und man braucht keinen Moscht. Hat was.

Erstmal nur mit dem kleinsten Segel
Dann doch noch mit Grossegel

Wunderbar – alles gut. Ich bin dann in die Bucht vor dem Schildkrötenstrand eingelaufen, dazu musste ich nochmal eine Halse machen. Ging auch gut und das Grossegel dann runterbekommen war kurz nochmal aufregend, weil ich zwei Anläufe brauchte. Beim Ersten ist es nicht richtig gefallen und hatte sich verheddert. Also nochmal Stück hoch und dann wieder runter. Wer sagts denn. Geht doch. Und das obwohl mir dann nochmal so einer mit seinem Wohnfloss in den Weg gekommen ist. Wie blöd muss man sein, dass man nicht sieht, dass ich mit dem Segel beschäftigt bin?

Einfahrt in die Bucht von Ekincik – Grossegel noch oben
Beim Anker habe ich nur einen Anlauf gebraucht. Hält wie Sau, der Ultra Anker. (Nein, ich weiss nicht genau wie Sau hält….:)
Futterzeit mit Ankerbier
Nett hier…
Schöön. So hab ich mir das ungefähr vorgestellt.
Let’s call it a day

Alles in allem nicht schlecht. Das Wasser meines Aussenpools hat hier übrigens 26.5 Grad. Da werde ich jetzt nochmal reinspringen in der Dämmerung…..

Hier sieht man wo Ekincik ist. Von Adaköy bin ich gestartet, die Bucht zwischendrin ist militärisches Sperrgebiet. Nicht reinfahren. Die verstehen keinen Spass. 🙂


1 thought on “Solo… (Bir EFES, Lütfen)”

  • Bist du wieder in der richtigen Marina und Liegeplatz gelandet?!? Nach deinem Solo-Ausflug? Das war ja schon ein Abenteuer!
    Wiir freuen uns jedenfalls, daß alles ohne größere Probleme so gut geklappt hat. Und die Bilder sind einfach wunderschön, ich erfreue mich immer daran. Ich glaube, daß du langsam mal anfangen kannst, das Boot zu genießen und nicht nur die Arbeit sehen mußt.
    ein schönes Wochenende wünscht Dir Maus.
    Meine Waschmaschine läuft rund, Wäscheberge verfolgen mich!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Translate »