Nous parlons suisse allemand

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Seit dem ‚Lost Place‘ ist eigentlich soo viel nicht mehr passiert. Hauptsächlich der ‚work‘ Teil von ‚workation‘ in der Bucht. Ab und zu kam mal ein Schiff vorbei, meist sind die auf dem Weg nach Patmos gewesen. AIS machts möglich, da kann man die identifizieren. Das ist ja so ein ähnliches System wie im Flugverkehr, man sieht dann ziemlich genau, was das für ein Schiff ist und wo es hinfährt. Manchmal ist die Mustang da auch zu sehen, kann man auf dem Internet via marinetraffic.com abfragen.

Ein Kreuzfahrer auf dem Weg nach Patmos. Ist so ein wenig wie die Kreuzzüge. Auf Patmos werden sie dann wohl den Kniefall proben, schliesslich soll hier der Evangelist Johannes der Überlieferung nach die «Offenbarung» (Apokalypse) niedergeschieben haben. Ich weiss aber nicht genau, ob er damals die Heuschrecken von den Kreuzfahrtschiffen meinte. Kann aber ja gut sein.

Ein Kreuzfahrtschiff mit Segeln kam auch noch vorbei, das war noch spannend, leider habe ich das nicht fotografiert und noch dazu ist mir der Name entfallen. Auch nach Patmos.
Derweil habe ich neben der Arbeit die Mittagspause und den Abend mit Schwimmen zum Ufer oder Lesen verbracht. Gut, ab und an gabs auch mal ein Bier. Ich habe deswegen ab und zu den Anker versetzt, damit es wieder mal ein Ankerbier gibt. (Nein… war mir stellenweise bei den Böen nicht so sicher, ob ich nicht zu nah am Ufer bin. Bei Südwind hat sich das Heck schon recht weit gegen Ufer gedreht) Davon mal abgesehen war es mir teils zu nah an dem Ausflugsschiff. Da kann man die Uhr danach stellen, immer um 15:00 kommen sie – um 16:00 läutet es an Bord. Alle aus dem Wasser, damit man dann um 5 wieder in Pythagorio ist. Stört also nicht weiter. Es sei denn – so geschehen, zwei Chartersegler hauen Ihren Anker nur 50m entfernt rein. Da war ich nicht so amused. Aber auch das war endlich. Mussten wohl in den Hafen zum Essen gehen.
Derweil gab es auf der Mustang im Prinzip zwei Wochen lang fast nur vegetarisch…

Teilvegetarisch.. da vorn steht noch eine Dose Sardinen. Alles kein Thema – solange das Bier nicht ausgeht. 🙂

An einem der Tage bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte ja von dem monströsen Rosmarin was abschneiden und hier aufs Boot stellen. Soll angeblich beim Vertreiben von allerlei Viechzeug helfen. Mich hatten ja eines schönen Tages die Wadenstecher überfallen. Das war wirklich lästig, es muss ein ganzer Schwarm gewesen sein. Sicher mehr als 20 von denen habe ich erschlagen, teils mit der Klatsche, teils mit der Hand.
Jedenfalls – ich bin rübergeschwommen (wobei ich festgestellt habe, dass das jetzt doch eine ganze Ecke weiter weg war vom Ufer) und dann die Felsenböschung hochgeklettert. Durch Gebüsch durch bis zu dem Haus. Wobei man dazu sagen muss, ich bin eben in eine andere kleine Bucht geschwommen. Hätte ich mir schenken können, das war viel mühseliger, dort hinzukommen. Was solls, anstelle Gym ist das schon ok. Als ich da oben auf den Felsen rumgeklettert bin, gab es einen merkwürdigen Effekt, die Felsen schienen zu schwanken. So ein paar Tage nur auf dem Boot merkt man wohl bei solchen Tätigkeiten doch.

Wieder zurück, Rosmarin Busch in die Pantry gesteckt und da war ich mir dann auch nicht mehr so sicher, ob das eine brilliante Idee war. Wenn ich mir da jetzt zusätzlich noch irgendein Viechzeug eingeschleppt habe? Aber ging wohl oder ich habe die Viecher nicht gesehen.

Zwischendrin habe ich endlich mal angefangen, mich um das Wassermacher Thema zu kümmern. Eigentlich sollte der ja schon lang montiert sein. Also den ganzen Kram wenigstens mal ausgepackt und Samstag/Sonntag zumidest teilweise damit verbracht, die Installation voranzutreiben. Erstmal rausfinden, wo ich was wassertechnisch anschliesse. Dann habe ich die Elektrik installiert. Das war zwar auch mühselig, hat aber dann ganz gut funktioniert. Für den Rest war dann klar, dass ich noch paar Sachen von Nektarios und Hilfe von Zlatko brauche. Also verschieben wir den Rest der Installation mal.

Wassermacher später wieder…. 😉


Am folgenden Wochenende wollte ich eigentlich erst am Sonntag wieder zurück in die Marina. Allerdings war Starkwind angesagt, also bin ich am Samstag ziemlich früh aufgebrochen. Es sah ohnehin nicht mehr so toll aus – Wolken und relativ dunkel. Auf dem Weg nach Pythagorio dann sogar noch Regen. Na super. Schlussendlich war ich schon kurz vor 8 vor der Marina und dachte mir jetzt haue ich da mal den Anker rein. Normalerweise ist da so früh ja sowieso keiner da. Weit gefehlt, Dimitris hat mir um 8 auf Whatsapp geantwortet, er sei schon da. Gut – dann eben den Anker wieder raus, rein in die Marina, anlegen, alles gut soweit. Das geht ja zwischenzeitlich reibungslos allein. Also vorausgesetzt, am Steg steht einer dem ich die Festmacher an den Kopf werfen kann. Sonst müsste es schon ziemlich windstill sein, um das auch noch allein zu machen.

Neben mir ein netter älterer Herr mit seinem Boot. Ich habe ihn auf englisch angesprochen, denn die hatten keine Nationalflagge gesetzt. Später hat sich rausgestellt, dass es Schweizer sind. Und zwar mit einer Beneteau First (=Rennziege), vermutlich 45 oder 47 Fuss. Als ich später genau hingeschaut habe, ist mir eine nagelneue Genua aufgefallen. Alles übrigens exklusive Laminatsegel, wohlgemerkt. Man lässt sich ja nicht lumpen. Vielleicht ist es schon jemand von Euch aufgefallen – ja! Das sind die, die letztes Jahr die Genua abgeschnitten haben in der Marina. Sie sind dann für einen Tagestrip rausgegangen, offensichtlich lieben sie die Herausforderung. Es hatte ziemliche Böen zwischenzeitlich. Wobei mir – als sie wieder zurück waren auch klar wurde, warum sie wohl nur so Tagestrips machen. Mehr oder weniger. Dies Beneteau First hat gar kein ‚richtiges‘ Ankergeschirr. Also… das muss man extra kaufen und ist wohl eher mit einer Leine anstelle Kette. Oder wohl max. 30m Kette und der Rest Leine. Da würde ich auch nicht so gern ankern wollen, wenn die Böen mal an oder über 30 kn gehen.

Den Rest des Samstags habe ich dann mit allerlei Krimskrams verbracht. Zu Nektarios Teile kaufen. Aussenborder wieder flott machen. Nachdem ich den alten Moscht (sah wirklich so aus der Sprit) mit Hilfe einer 300ml Spritze entfernt, an der Tankstelle frischen gekauft und auch die Zündkerze ersetzt hatte, lief er wieder einwandfrei. Da musste ich an Bernhard von der Zalea denken, der darüber geklagt hatte, wie unzuverlässig dieser Aussenborder doch sei. Jetzt hat er einen elektrischen. Vielleicht war ja auch nur der Sprit alt?

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Geht doch. Wo ist das Problem? Sagen wirs mal so: Ein mehr als 12 Monate altes offen rumstehendes Bier will auch keiner mehr trinken. Nachvollziehbar.

In der Folge bin ich dann auf die nur teilweise brilliante Idee gekommen… wenn wir schon mal dran sind… (wie das eben meist so geht) dann kann ich auch gerade das Zugseil ersetzen. Das hat auch schon mal bessere Tage gesehen und wenn das reisst ist vielleicht auch nicht so gut. Also wieder mal am Abend bei Nektarios vorbei, der sich gefreut hat mich zu sehen und mir das Stückchen Schnur für umsonst überlassen hat. Neu sollte der Aussenborder also mit einer Schnur gestartet werden, die sonst als Grossfall auf einem Optimist oder Laser verwendet wird. Meinte auf jeden Fall Nektarios, dass das ziemlich solide sei.
Also habe ich am gleichen Abend noch diesen Seilzustarter Dingsbums da runtermontiert. Und auseinandergenommen. Ich musste ja an dan Seilzug ran.

Rattapläng!!! Da ist mir die Feder um die Ohren gesaust. Glücklichweise waren keine Weichteile im Weg. Aber am Abend hatte ich keine Lust mehr, das zusammenzufrickeln. Geht auch Sonntagmorgen.
Jou ne. Wat mutt datt mutt. Auf- und Eingespult. Jetzt spult das wieder und sieht voll chick aus. Das werden alle bewundern. Der Testlauf am Morgen um die nebenan zu wecken war auch erfolgreich. :)))

Nach all dem bin ich so gegen Mittag auf Inselrundfahrt gegangen. Die Bilder finden sich in der Galerie. Erwähnenswert vielleicht noch, dass ich auch in Karlovasi war. Und meine Einstellung zu der Stadt muss ich zumindest zu einem Teil revidieren. Doch nicht so hässlich. Aber – es ist null touristisch. Auch nicht schlecht.






Ist eigentlich ganz nett hier in Karlovasi. Wenn man mal das Zentrum gefunden hat.

In Karlovasi hatte ich mir dann in den Kopf gesetzt nochmal ins ‚To Konaki‘ (sowas wie ‚Zuhause‘ oder ‚Gästehaus‘. Kommt ursprünglich wohl aus dem Türkischen, der Begriff) zu gehen. Die waren doch recht nett. Und es war Sonntag, also warum nicht ein Sonntagsessen. Also … so ein Stückchen Fleisch oder so?

Na also. Geht doch. Medium rare ging auch. Und – das hatte ich glaube ich noch nie. Das war wohl so eine Art Kalbs T-Bone Steak. ‚Milk fed‘ hiess es. Unglaublich gut.

Während ich noch am Essen war, tat sich draussen am Theater Grosses. Genau genommen, Grosse mit Kleinen. Hier wird der Abschluss von Kindergarten, Schulklassen oder der Schule allgemein zelebriert. Nicht so wie damals vor mehr als 40 Jahren in Baden-Würtemberg. Ein Computerausdruck mit einem 9 Nadeldrucker als Zeugnis war da schon genug der Wertschätzung für einen Gymnasiumsabschluss…

Ja, so geht das auch. Sogar die Lehrerin hat sich in klassische Schale geworfen.

Nach all dem kam ich dann doch nicht umhin: Madgaskar Vanilleeis vom Genius des piccolo. Zusammen mit einem griechischen Kaffee. Da ist das Mövenpick Vanilleeis ein ……. dagegen. Echt. Würde dafür zwar nicht unbedingt jemand umbringen, aber es wäre zumindest sehr gefährlich, mich dabei zu stören.

Die Hälfte fehlt schon. Musste warten, bis der griechische Kaffee fertig war.


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