Hausbesuch und Weinmuseum

Hausbesuch und Weinmuseum

Am Dienstag abend waren wir in Psili Ammos. Wie schon letztens geschrieben heisst das einfach ‚feiner Sand‘. Wir dachten, das ist in der Nähe und Julia wollte auf jeden Fall noch die Flamingos von Samos sehen. Also los. Zwischendrin dachte ich, dass ich es besser weiss als die Ortsschilder, aber das war Fehlanzeige. Wenn man am Strand von Mykali entlang fährt ist das zwar schon die richtige Richtung. Leider kommt dann ein Privatgrundstück und die Strasse hört auf. Also zurück und den Schildern nach. An einem der vielen Militärstützpunkte vorbei war da dann schon der Teich mit Brackwasser, auf/in dem die Flamingos wohnen. Die waren auch zuhause und dank einem Mann, der eine Drohne über den Flamingos kreisen liess sind die immer wieder mal gestartet und eine Runde geflogen.

Flamingos am Start

Anschliessend Psili Ammos. Der Sand war tatsächlich Sand, es war praktisch keiner da. Kein Wunder, wenn es bewölkt und nicht wirklich warm ist. Trotzdem sind wir einmal am Strand entlang gelaufen und dann in eine Bar mit Ausblick gesessen bei griechischer Milch und alkoholfreiem Bier.

Psili Ammos. (griechische Milch = Ouzo 🙂

Was ich noch nicht erwähnt hatte: Der letzte Verbandswechsel im Spital war eine mittlere Katastrophe. Die Anweisungen von Maria, die sie aufgeschrieben hatte, wurden schlicht ignoriert und der Arzt dort wusste wohl nicht mal wie man einen Verband an einem Finger macht. Nach einem Telefonat mit Maria hat sie sich bereit erklärt am nächsten Tag zur Marina zu kommen.

Maria auf der Mustang

Der Finger wurde fachgerecht verbunden, ich habe dabei zugesehen, damit ich das nötigenfalls auch mal noch machen kann. Dabei ist eine schwarze Stelle oben am Finger aufgefallen, das wollte Maria am nächsten Tag dann im Spital entfernen. Davon abgesehen war sie aber sehr zufrieden mit der Entwicklung und sagte noch, ‚Wackelpudding‘ (Götterspeise, Gelatine) wäre gut für die Zellbildung der Haut. Gäbe es im Lidl. Haben wir dann in einem Laden in Pythagorio gekauft, zusammen mit einer Packung Gummibärchen. :))
Aber zunächst gab es nach dem Verbandswechsel Kaffee, Kuchen und lustige Arztgeschichten aus Samos. Maria meinte, Ihr Vater hätte auch eine Segelyacht und er käme im Urlaub von Thessaloniki nach Samos. Da könnte er mich ja dann auf einen Angelausflug mitnehmen. Ich bin gespannt. Wenn das wirklich so stattfindet, kriege ich vielleicht ja mal ein paar gute Tips, wie man im Mittelmeer einen Fisch an die Angel bekommt. Wir haben noch für den Freitag zum gemeinsamen Essen abgemacht, wir wollten Sie unbedingt für Ihren super Einsatz noch wenigstens ein wenig entschädigen. Wesentlich mehr ging an diesem Tag nicht mehr, wir konnten aber viel über das merkwürdige Gesundheitssystem Griechenlands lernen, das eben zu nicht wirklich guten Effekten beim Fachpersonal (hauptsächlich den Ärzten) führt.
Am folgenden Tag ging es zunächst in die Apotheke, ein paar Sachen abholen. Da wir warten mussten, bis Maria sich meldet, haben wir noch das Weinmuseum besichtigt.

Das Weinmuseum von Samos (Logisch…steht ja da… 🙂

Das Weinmuseum ist durchaus sehenswert. Hier wurde lange der Wein von Samos genossenschaftlich erzeugt. Bis zu 2200 Weinbauern brachten Ihre Trauben und dann wurde daraus Wein gemacht. Das ist auch heute noch so, allerdings wurde vor etwa 10 Jahren das Gesetz gelockert, nach dem die Weinbauern verpflichtet sind alles dort zu verarbeiten. Es gibt zwischenzeitlich einige eigenständige Winzer.

Zwischendurch ein Eis zur allgemeinen Erheiterung. Madagaskar Vanille und Gianduja. Schleck!

Gestern wurde dann die schwarze Stelle von Maria entfernt. Das war für Julia alles andere als erheiternd. Musste aber sein, und es ist gut, dass das gemacht wurde um eine eventuelle Nekrose gleich im Keim zu ersticken. Im Anschluss daran sind wir nach ‚Ano Vathy‘ gefahren. Also das alte Vathy. Da kam dann ein schild, dass es eng werden würde für Autos. OK. Dass es so eng werden würde, das hatte ich auch nicht geahnt. Das Auto war ja alles andere als gross, dennoch mussten wir die Ohren (Spiegel) anlegen, sonst hätte das nicht gelangt. Zu allem Überfluss waren sie an einer Stelle auch gerade noch dran mitten in dieser schmalen Strasse ein Loch zu graben – vermutlich Rohrreparatur. Mit viel zirkeln und gemeinsamer Arbeit sind wir dort aber auch noch vorbei gekommen und per Zufall an einem Restaurant gelandet. Und das war richtig gut. Eigentlich öffnen sie erst um 13.30 – wir waren um 12 da. Dennoch haben sie uns super leckeres Essen incl. Milchlamm vom Holzkohlespiess gemacht. Wirklich sehr nett. Die Wirtin meinte, normalerweise seien hier hauptsächlich Griechen im Sommerurlaub, die zu Ihr zum Essen kommen…

To Konaki – übersetzt in etwa ‚Dein zuhause‘

Nach all der Aufregung hätte es eigentlich für einen Tag gelangt. Aber wir hatten noch mit Vagelis und Cleo am Abend abgemacht und sie in Ireon zum Essen eingeladen. Mir ist erst heute aufgefallen, dass ich davon gar kein Foto gemacht hatte – es war aber ein netter Abend in dem Restaurant, wo es die Makrelen gab..



2 thoughts on “Hausbesuch und Weinmuseum”

  • Liebste Julia, lieber Sven,
    genau das habe ich befürchtet….., daß Marias Urlaubsvetretung Dir solche Schmerzen und Pein verursacht. Obwohl ich ganz fest Dir die Daumen gedrückt habe, daß dieser Kelch an Dir vorüber geht, ist es wohl doch eingetroffen. Und daß Maria sogar in der Marina kam um Dich fachgerecht zu verarzten, läßt mir doch wieder den Glauben an die Ärzteschaft zurück geben. Was für eine tolle Frau, die ihren Beruf noch ernst nimmt. Ich bin überzeugt, solche Fälle gibt es mit unseren (Abitur-) Einser Ärzten auch. Gottseidank hat sie sich auch Deiner weiteren Behandlung im Krankenhaus angenommen und damit alle eventuellen Verschlimmerungen den Garaus gemacht. Toi, toi ,toi.
    Wir haben nun gewechselt und siehe da: die Sonne und Wärme hat uns in Empfang genommen. Genau so hatten wir es wollen. Was uns aber auf dem letzten Platz schon aufgefallen ist…, daß auch hier der Andran sich sehr in Grenzen hält. Noch letztes Jahr war en die Stellplätze um uns herum bereits am 1. Tag belegt, auch heute noch sind wir fast die Einzigen in unserer Straße.
    Ja, es kann nicht schaden, wenn Sven sich die ärztliche Versorgung mal genau ansieht, sowas kann man immer gebrauchen.
    So hübsche Katzen jeglicher Couleure, kriegst Du vor Deine Linse und sie sehen noch nicht mal verhungert aus – was mich natürlich freut.
    nun macht es Euch trotz aller Widrigkeiten gemütlich und das Beste aus der Situation
    Grüßli Maus

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