Myli & mehr

Myli & mehr

Nachdem ja nun nicht mehr an Segeln zu denken war, dachten wir uns – versuchen wir mal das Beste daraus zu machen. Weil es mit dem Motorrad ja nun nur noch schlecht geht irgendwohin zu kommen, haben wir ein Auto gemietet für die Woche. Wieder bei Angeliki, das ist die Freundin von Katerina (unsere superbe Taxifahrerin). Das ist nun einfacher jeden Tag in das Spital nach Vathy (Samos Stadt) zu fahren. Zwischenzeitlich wissen wir ja auch, wie wir da hin kommen. Denn interessanterweise ist das Spital von der Umgehungsstrasse aus nur durch enge Wohnstrassen erreichbar – in deren Gewirr man leicht die Orientierung verlieren kann. Es gibt eben auch nur ein Schild an der Umgehungsstrasse. Danach – Fehlanzeige.

Hier sind wir täglich einmal zum Verbandswechsel. Lauschig ist anders… aber watt mutt dat mutt.

Als wir am Sonntag dort waren, haben wir schnell gespürt, dass irgendetwas nicht gut war bei der Notaufnahme. Der Wagen der Ambulanz stand davor und besorgte Menschen. Also warten. Es stellte sich dann heraus, dass es einen schweren Unfall gegeben hatte. Ein Mann, etwa um die 60 Jahre alt, war 10m runtergefallen und mit multiplen Brüchen und vielem mehr eingeliefert worden. Da wartet man plötzlich noch viel geduldiger. Im Gegensatz zu einer Italienerin, die wegen Bauchweh einen Riesen Aufriss veranstalten wollte – bis sie dann von ‚unserer‘ Ärztin Maria eingebremst wurde. ‚You are not dying, are you? Then man inside is about to die!‘. Der Mann, um den es da ging musste notfallmässig nach Athen geflogen werden…
Was macht man nach dem Verbandwechsel am Vormittag mit dem Rest des Tages? Es war ja auch schon Mittag vorbei. Ach – ich habe ja noch die Sachen für den Kuchen nach dem Rezept von Chrisiis. Also frisch ans Werk, ich wollte ja immer mal schon den Backofen ‚richtig‘ ausprobieren. Also mit richtig meine ich jetzt eben nicht nur zum Brot toasten. War dann schon ein wenig mühsam, so ganz ohne Küchenmaschine. Allerdings nicht so anstrengend wie ich mir das in meinen wilden Phantasien ausgemalt hatte. Man rührt halt eine Weile. Als dann Julia wieder wach war (hatte sich zwischendurch mal hingelegt), gab es einen ‚Afternoon Tea‘ für sie. Für mich Kaffee.

Es wird Orangenkuchen garniert mit kandierten Orangen zum Tee gereicht.

Danach sind wir durch Myli Richtung Koumaradei gefahren. Auf dem Weg dorthin sollte ein sehenswertes Kloster sein, meinte Katerina. Ich hatte sie gefragt, was Ihr denn so alles einfiele – das war eins der Ausflugsziele. Und das hatte sich wirklich gelohnt.

Ιερά Μονή Μεγάλης Παναγιάς Σάμου – Santo Monasterio de Megali Panasteria Samos

Das Kloster war absolut sehenswert. Und nicht nur das. Es war auch ‚riechenswert‘ (gibt es das Wort? :). Innen blühte der Jasmin und die Rosen derart üppig, dass über allem ein süsslicher Duft hing. In Kombination mit absoluter Ruhe, die hier alles ausströmte. Das war schon beeindruckend, ganz zu schweigen von der zentral im Kloster gelegenen Kirche.
Jasmin und Rosen soweit das Auge und die Nase reicht

Nach dem Kloster haben wir noch einen Stop in Myli eingelegt. Dort gab es ein Schild, das Richtung ‚Traditional village square‘ zeigte. Na denn – schauen wir uns das mal an. Das Dorf hat uns dann gut gefallen. Es ist recht gut in Schuss und scheint noch nicht entweder aus lauter verfallenen Häusern oder nur Touristenappartments zu bestehen. Diverse Häuser stehen zum Verkauf und die sind nicht wie so manchmal ausschliesslich ein Fall für die Abrissbirne.

Kommt hier nicht ganz so zur Geltung. Durchaus ein nettes Dorf.

Nach diesem Ausflug wollten wir noch in Ireon vorbei um ein wenig am Meer entlang zu laufen und vielleicht einen Kaffee zu trinken. Aus dem Kaffee ist dann ein Fisch geworden, nachdem wir festgestellt hatten, dass der Hauptplatz in Ireon offensichtlich gerade komplett neu gemacht wird. Wir sind dann in einer Querstrasse weiter hinten in einem Restaurant hängen geblieben.

Fisch und Salat für 13.50. Da kann man nicht meckern – denn Vorspeise, Knoblauchbrot und Früchteteller waren auch noch inclusive. Also durchaus empfehlenswert.

Das wars dann für den Tag. Heute waren wir wieder am Spital. Zwar kein Notfall, aber viele Leute dort. Das Ticketsystem haben wir zugegebenermassen geistig nicht so ganz durchdringen können. Aber wir haben Maria vor der Notaufnahme getroffen und Ihr Blumen und eine Tafel Schoggi als Dank für Ihren Einsatz überreicht. Das hat sie sichtlich gerührt und gefreut. Morgen ist sie dann leider im (sehr verdienten) Urlaub. Also ‚leider‘ für uns – gut für sie. Aber Sie hat nochmals genau aufgeschrieben, was gemacht werden muss und uns einiges an Material aus dem Spital mitgegeben. Damit sollte das in der Folge sicherlich alles klappen, zumal sie Julia noch Ihre Privatnummer für etwaige Fragen gegeben hat.

Nach dem Spitalbesuch waren wir noch im Café in Samos einen Kaffee/Cappucino trinken und sind anschliessend nach Manolates aufgebrochen. Das ist ein Bergdorf an der Nordküste, das Julia noch nicht kannte.

Manolates – weitere Bilder in der Galerie

Nach Manolates ging es noch nach Kokkari zum Mittagessen. Wie immer, wenn wir hier sind gehen wir in das kleine Restaurant am Meer. Die Dame dort ist so nett und kocht gut, dass man gerne immer wieder mal hingeht.

Das kleine Restaurant am Meer

Danach wieder zur Mustang. Wir haben noch zwei von Julias Berichten abgearbeitet, gekocht… und jetzt ist der Tag rum. Bis auf das Schreiben dieses Blogs. Diesmal wieder mit einigen Bildern.



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