Der Strandinspektor

Der Strandinspektor

Zwischenzeitlich hat der ‚work‘ – Teil im Wort ‚workation‘ wieder angefangen. Um genau zu sein, seit einer Woche. Die Datenverbindung war einwandfrei, also von dem her alles Bestens. Allerdings gibt es da eben nicht viel zu berichten. Ausser dass ich dann am Rechner sitze und arbeite… 🙂 Abends dann irgendwelche Arbeiten am Boot verrichte vielleicht noch.

Am Sontag letzter Woche kam dann das angekündigte Tiefdruckgebiet und hat die Gegend hier mit 11 Grad, Regen und starkem Wind beglückt. In der Marina aber kein Problem. Problem war mehr, dass das hier war wie an der Ostsee. Also eher untypisch für Griechenland. Passend zu Arbeitsbeginn am Montag hat sich dann das Wetter aber gebessert. So ganz unglücklich war ich darüber aber nicht, denn die Dusche ist ja nicht im Bad nebenan, sondern über den Hof.

Irgendwann während der Woche war ich dann nochmal bei ‚Pitagoras‘. Warum, weiss ich auch nicht mehr so genau, ich glaube das war im Zusammenhang mit dem Kauf von Silikonspray bei Nektarios. Das brauche ich eben immer, wenn ich die Vorsegel montieren will – damit das in der Schiene gut läuft.

Kennt Ihr ja schon, das Bild – diesmal aber mit der Zitrone drauf. Und vier statt 3 Spiesse.

Als ich da so sass und um mich herum – und raufgeschaut habe – habe ich dann ein Musterbeispiel für griechische Elektrik gesehen. Wer braucht schon Verteilerkästen, wenn es auch ohne geht.

geht doch. Muss man kein ‚Overengineering‘ machen :)))

So wie am Wochenende der Sturm durchgerauscht ist – so ruhig ist es zwischenzeitlich. Spiegelglattes Wasser in der Marina. Auch mal gut, nachdem es ja doch mehr als eine Woche ziemlich geblasen hat. Aber irgendwie kommt das einem auch komisch vor, wenn es plötzlich so ruhig ist.

morgens um 6 in Griechenland

Den Rest der Woche ist im Grunde ausser Deck und Pantry putzen nicht so viel passiert. Den Saharastaub von Deck zu schrubben hat 3h gedauert. Und ich finde immernoch Stellen, an denen das drin ist. Das wird wohl noch eine Weile gehen, bis das Zeug wirklich weg ist. Problematisch ist eben, dass das Zeuch sich richtig festklebt. Und zu allem Überfluss hat es dann – nachdem alles geputzt war natürlich – wieder geregnet. Wieder alles voll mit dem Zeug. Vor allem die Scheiben. Ach… 😉

Gestern hatte mir Vagelis geholfen, die Segel zu aufzutakeln. War ich froh drum, allein kriegt man das nicht hin. Allerdings ist meine Erkenntnis aus dem, dass technisch (wir reden nicht mal von seglerisch) unbegabte Personen und eine elektrische Winsch keine gute Kombination ist. Immerhin – zwei der Segel sind aufgetakelt.

mit kleiner Garderobe. Die beiden Genuas mache ich lieber zusammen mit Julia.
Die Winsch nachher…

Am Abend habe ich dann einen Ausflug zum Lidl gemacht. Schon mal das schwere Zeug kaufen. Also Wasser und Bier. Wenn Julia dann da ist kaufen wir den Rest. Da ich ja dann schon mal in der Nähe von Vathi (aka Samos Stadt) war, bin ich da zum Restaurant ‚HPA‘ – also auf Deutsch ‚Hera‘. Die Leutchen dort haben mir es irgendwie angetan. Warum – gute Frage. Aber es ist einfach, günstig und ehrlich. In keiner Weise ‚geschleckt‘. Ich mag sowas. Klar, die Damast-Tischdecke und das Silberbesteck ist auch chic und ab und an gut. Aber eben – einfach und ehrlich ist eben auch gut.
Nebenan war an dem Platz gerade eine Kindergeburtstag, da war dann der Bär los… Griechisches Leben also. Sehr gut. Danach bin ich dann trotz der üppigen Portion bei Hera eben doch noch zum Piccolo. Der Mann dort hat eine kleine … ja was ist das? Eisdiele kann man das eigentlich nicht nennen. Spielt auch keine Rolle, er hat Eis. Und zwar richtig gutes. Also gab es Madagaskar Vanille und einen Café Frappé.
Danach bin ich noch etwas in der Gegend rumgelaufen und habe einen Herrn entdeckt, den ich vorher immer vollkommen übersehen oder ignoriert hatte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Themistoklis_Sofoulis

Weitere Bilder vom abendlichen Rundgang finden sich in der Galerie. Wenn man sich mal ein bisschen Zeit nimmt, kann man schon das Eine oder Andere (interessante oder schöne) entdecken.

Heute war das Klar Schiff innen angesagt. Das werde ich jetzt nicht weiter vertiefen. Vorher hatte ich allerdings noch meinem Bootsnachbarn von gegenüber geholfen, das Grosssegel zu setzen und wieder einzuholen. Wobei das die Erkenntnis gab, dass ich diese Mastrutscher mit Rollen auch brauche, die er hat. Da fiel das Segel in einem Rutsch und vielleicht 3 Sekunden einfach in das Lazybag. Ich hatte daran zwar auch schon rumüberlegt, aber es eben noch nicht umgesetzt. Jetzt bin ich überzeugt.
Besuch von einer Holzbiene hatte ich dann im Salon auch noch. Zuerst habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Aber dann gab es so seltsam Knurpsgeräusche. Da musste ich das Viech dann doch mit einem Kopfstoss vertreiben. Nagt an der Inneneinrichtung der Mustang rum. Geht gar nicht. Bis jetzt ist Ruhe, Sie ist nicht mehr zurückgekommen.

Da nagt die rum. An dem Loch links war sie wohl gestern dran. Unfassbar.
Ich hatte mich schon gewundert, wo diese Krümel herkamen. Jetzt weiss ich es. Erinnert mich glatt an die Zeichentrickfilme, wo Termiten ein Holzhaus in Sekunden zerlegen.

Am Nachmittag habe ich mich dann mit dem Moppet auf den Weg gemacht. Ich wollte mir einen Strand im Nordosten anschauen – Mourtia Beach. Das sieht so klein und abgelegen aus, könnte noch schön sein. Irgendwie habe ich mir allerdings selbst als die Strasse für griechische – oder Samos – Verhältnisse einer Autobahn glich noch nicht wirklich Gedanken gemacht.

Die Strasse nach Murtia Beach

Als ich dort ankam, habe ich es dann auch endlich kapiert. Sonntag, gut erreichbar – da ist man nicht allein. Waren doch einige Griechen dort. Touristen habe ich weniger gesehen. Aber ok, schön ist der Strand schon. Eben mit den obligatorischen Liegestühlen.

Mourtia Beach
Vorteil: Es gab einen Café Frappé und ein Eis. Das allerdings hätte ich mir verkneifen sollen. Nach Piccolo’s ‚Madagaskar Vanilla‘ ist Carte d’Or einfach schrecklich…

Danach wollte ich noch zu Psili Ammos. Das heisst übersetzt einfach sowas wie feiner Sand oder ‚goldener Strand‘. Und davon gibt es schon mehrere, weswegen es auch mehrere ‚Psili Ammos‘ gibt. Also – als Ortsbezeichnung meine ich. Dort angekommen habe ich allerdings davon nur ein Bild vom recht flach auslaufenden Strand gemacht. Das hat mir eigentlich gelangt, der Rest war schon klar.

Rechts der Strand, links die Flamingos
Das ist Psili Ammos nach dem Versuch mit KI das Kabel wegzuretuschieren, das da im Weg war. Hat nur so halb funktioniert.

Da ich jetzt die Flamingos schon erwähnt habe, hier auch noch ein Bild von denen. Gut – sind etwas klein, wie sie da in dem Brackwasser rumstapfen. Muss ja zugeben, ich bin kein Flamingo Fan mehr. Seit ich die mal in Florida von nahem gesehen – oder bessergesagt gerochen habe. So in der Distanz sind sie ok. Da riecht man die nicht.

Da hinten sind sie. (Zoom in der Galerie)


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