Den zweiten Tag in der Bucht habe ich eigentlich hauptsächlich mit Lesen verbracht. Das Buch vom Meer, das ich zum Geburtstag von einer ganz lieben Person geschenkt bekommen habe. Selbst wenn der Aufmacher – nämlich das Fangen eines Eishais nur der Aufmacher war – es war so interessant, dass ich es an dem einen Tag durchgelesen habe. Ok – mit Brille. Das geht zwischenzeitlich nicht mehr, so viel zu lesen ohne Hilfsmittel. 🙂 Eine Seite würde ich noch schaffen, aber dann wär ich wohl schon k.o.

Neben dem Lesen gabs nicht viel zu berichten, es war ein sehr schöner Tag mit angenehmer Temperatur. Gegen Mittag hat die Wassertemperatur dann auch 20 Grad erreicht, Zeit um mal ans Ufer zu schwimmen. Sah weit aus, aber nach GPS waren es dann doch nur 125m. Also 5 Längen im Hallenbad. Oder 2.5 olympische. Am Strand gab es nicht viel Neues. Schien nur so, als ob die Stürme im Winter das ganze Treibholz nochmal 15 Meter nach oben geschoben haben. Da hatte ich mir überlegt, vielleicht am Abend da mal ein Lagerfeuerchen zu machen. Zumal ja der, der da am Morgen noch geangelt hatte, schon eine Feuerstelle angelegt hatte. Schien fast, als hätte er die Fische direkt nach dem Angeln gegrillt. Aber ich habe es mir nochmal anders überlegt. Denn im Dunkeln zum Schiff schwimmen wollte ich dann doch nicht. Und das Dinghy ist noch nicht aufgepumpt. Also ein anderes Mal, wenn es abends auf etwas wärmer ist.


Da am Freitag nachmittag/abend Starkwind angekündigt war, bin ich doch recht bald am Freitag zurückgefahren. Erst sah es noch ganz friedlich aus, vor Pythagorio dann doch Böen mit etwa Bft 7. Na, das kann ja heiter werden. Da ich ja keine Crew zur Verfügung hatte, musste ich dann auch bei dem Wind noch die Fender festmachen. Ist aber gutgegangen, bin nicht baden gegangen. Das wäre eher blöd gewesen. Vor der Marina musste ich dann erstmal fast eine halbe Stunde warten. Ein Engländer war vor mir und den mussten sie erstmal einweisen. Danach ich. Fing gut an, aber beim 2. Anlauf (wie gesagt Böen von der Seite mit 7 Bft) ist dann wieder der Zahnriemen vom Bugstrahlruder gerissen. Unfassbar. Die Marineros mussten mir dann helfen und haben mit Ihrem Boot die Nase der Mustang zurechtgedrückt, sodass das dann schlussendlich passte.
Den Rest des Tages habe ich dann eher frustriert wegen dem Bugstrahlruder mit so diesem und jenem verbracht. Unter anderem war ich nochmal bei der Rezeption und habe nachgefragt, ob sie mir da irgendwie entgegen kommen können wegen dem Bugstrahlruder. Eben insofern, als dass sie mir die Mustang nochmal ohne Bezahlung – oder weniger rausnehmen für die Reparatur. Manos meinte aber, er müsse den Manager fragen. Mal sehen wenn der wieder da ist.
An was das nun lag, dass der Zahnriemen gerade wieder gerissen (oder kaputt) ist – keine Ahnung. Das wird sich vielleicht dann herausstellen. Bei Nektarios war ich dann auch nochmal wegen den Ersatzteilen. Das muss aber bestellt werden.
Etwas phlegmatisch war ich dann heute schon. Dennoch – habe mal endlich Klar Schiff gemacht. Also aufräumen. Ist irgendwie zeitaufwendig, obwohl der Raum ja nicht gross ist. Liegt wohl daran, dass man immer mal etwas wieder Umschichten – oder auch einfach wegwerfen muss. Immerhin, den defekten Battery Protect habe ich ausgetauscht, den Reserveanker jetzt final parat gemacht und ein neues ‚Ladegerät‘ installiert. Das ermöglicht es jetzt, dass die Motorbatterie auch vom Solarstrom mitgeladen wird. Ist gut, wenn man länger vor Anker ist, oder eben der Motor nicht läuft. Auf die Art ist die Starterbatterie immer voll. Wie alles auf dem Boot, war auch das wieder ein Akt von ca. 1.5h. So gehts halt beim Aufräumen, da fällt einem das Teil wieder in die Hand: ‚Ach..wollte ich ja auch noch machen‘.
Am Abend bin ich nach Pythagorio gefahren. Der Plan: Schauen ob Daphne jetzt auf hat und eine Fischplatte gegen den Frust reinhauen. Wenn nein, eben wieder zurück in die Marina und dort abendessen.
Aber es ist anders gekommen. Tags zuvor war ich schon bei ‚Pitagoras‘. Das ‚Restaurant‘ ist ein Zwischending zwischen griechischem Schnellimbiss mit Gyros und Restaurant. Also dachte ich, ich probiere mal deren Souvlaki. Und das war ein Flashback. Die waren so gut, wie damals vor 40 Jahren die vom Metzger in Methoni. Gut, halt nicht Holzkohlegrill. Aber die Grösse stimmte, Holzspiesschen, zartes Fleisch und – eine Zitrone dabei! Das hatte ich jetzt seit seehr langem nicht mehr in all den anderen Lokalen. Vermutlich wissen die Durchschnittstouristen nichts damit anzufangen. Auf jeden Fall – lecker. Und die Leute dort auch nett. Sie haben dann nebenbei noch die Teenie-Tochter, die auch dort war wohl auf den Arm genommen. Klar, sprachlich habe ich es nicht verstanden. Aber klar war schon worum es ging. Ich hatte mir mein Bier ja selbst aus dem Kühler geholt und wie am Tag vorher auf ein Glas verzichtet. Ist nur noch kälter dann. Das wussten sie und haben Ihr wohl gesagt: ‚Der Herr hat gar kein Glas!‘ Sie hat dann eins aus dem Kühler geholt und auf halber Strecke zu mir das Ganze aufgelöst. Das war ein Gelächter, die Tochter hat es aber mit mit Humor genommen und das Glas einfach wieder zurückgestellt…


Das ‚Hauptunwetter‘ soll nun mit zeitlicher Verzögerung irgendwann heute Nacht eintreffen. Windstärken bis 70km/h sind angekündigt. Kalt ist es schon mal mit nur noch 15 Grad. Aber nächste Woche, wenn ich wieder im ‚Boat Office‘ arbeite…da wirds dann wieder gut.
