Nachdem ja zwischendrin eher ein schlechter Tag mit tiefen Temperaturen war, an dem das mit Epoxy am Ruder nichts gewesen wäre habe ich das einen Tag verschieben müssen. Da war die Temperatur entsprechend und ich habe mich mit der blöden Glasfaser Matte und dem Epoxy abgemüht. Da gibt es ja gewobene Epoxy Matten – und eben die anderen. So eine war das. Und dann noch Wind dazu. Egal, schlussendlich war knapp ein Kilo Epoxy drauf und am aushärten. Währenddessen weiter am Rumpf rumgepinselt. Ich hatte 6 Dosen Antifouling bestellt und genau genommen nur 5 gebraucht . Also die bekannten Stellen, wo sich die Natur als Erstes des Eindringlings bemächtigen will (oben, Licht, warm – also der halbe Meter unter der Wasseroberfläche) nochmal und nochmal überstrichen. Sie werden es hassen. :))
Nach dem Epoxy nochmal spachteln. Danach schleifen. Und am Schluss das Ruderblatt auch noch drei Mal gestrichen.
So vergeht die Zeit schon: Schleifen, Spachteln, Streichen. Streichen. Und wenn man so am arbeiten ist kommt noch eine Plaudertasche von nebenan. Irgend ein Deutscher mit einem Riesen Motorboot-Pott der wohl Langeweile hat oder sonstwie Anschluss sucht. Mir was erzählt, wie böse die Welt ist. Und was also alles passieren kann, wenn man sich ausser Haus begibt. Es ging dann irgendwie darum, wie man wohnen oder leben will. Da habe ich erzählt, dass ich mal in Johannisburg war und dort im etwas besseren Wohnviertel alle Mauern ums Haus und eine Alarmanlage hätten. Und ich das nicht bräuchte. Da meinte er, er wohnt in Istanbul und hätte auch eine Mauer ums Haus. Na toll. Fettnäpfchen. Aber hat es wohl nicht so wahrgenommen. Ich meinerseits habe weiter gestrichen während der Unterhaltung. Bin ja nicht zum Spass hier. 🙂 Irgendwann kam dann das Taxi und hat ihn zum Flughafen gebracht. Sehr nett von dem Taxifahrer, habe noch überlegt ob ich ihm noch ein extra Trinkgeld gebe für die Erlösung.

Zwischendrin habe ich mal mit der Ankerkette beschäftigt. Ich habe Nektarios gefragt, ob ich eine neue Ankerkette bräuchte. Er meinte, da kann man auch die Kettenglieder rausmachen und einen Ersatz einfügen. Das Ersatz-Kettenglied ist zweiteilig. Man könnte das mit einem einfachen Hammer zusammenklopfen. Eins jagt das andere oder zieht wieder weiter Arbeit nach sich. Das Kettenglied war robuster als ich dachte und mit dem Vibrationssäge und dem angeblichen Diamant-Schneideblatt hätte ich wohl ähnlich lange gebraucht wie Edmond Dantes zum Graben mit einem Löffel bis zu Abbé Faria, (Ja – welcher Roman war das wohl?)
Also ist der Fall klar, eine Trennscheibe muss her. Die habe ich im Werkzeugladen samt passendem Dorn tatsächlich gefunden. Aber hiess eben auch erstmal hinfahren, suchen, kaufen, zurückfahren. Immerhin, ich habe über die Kette gesiegt. Ich hätte so eine Uhr mit Laserstrahl gebraucht wie 007 in Never Say Never Again. Da wäre ich in 10 Sekunden fertig gewesen.

Fällt mir ein: Irgendwann die Tage war ich bei Manos an der Rezeption, einfach mal wieder sehen lassen. War eine gute Unterhaltung, er meinte es gäbe dann bald einiges Neues und die Bäder/Toiletten würden auch neu gemacht. Und – im Winter muss es wohl ziemlich zugegangen sein mit Sturm . Auf Samos wie aber auch auf Rhodos. Er hätte einen Kunden in spe gehabt, der von Rhodos nach Samos kommen wollte. Als der dann von London angereist sei, hätte er sein Boot mit zwei Löchern im Rumpf vorgefunden. Es stand an Land und war wohl umgekippt. Gesagt hätten sie ihm davon vorher nichts….
Da ist die Marina in Samos schon sehr sicher. Zwar hatten sie auch einige Nachteinsätze, wie er erzählt hat. Aber das war wohl mehr zur Kontrolle, wirklich passiert ist im Grossen Ganzen nichts.

Dann war zwischendrin noch die Sache mit dem Coca-Cola. Ich hatte ja bei Nektarios den alten Reserveanker gegen zwei neue Flaggen eingetauscht. Er war so freundlich und hat den Schäkel und den Wirbel für mich abgemacht. Als ich da bei ihm im Laden abgeholt habe, war sein Rat ich solle das in Coca-Cola einlegen. Das bringts. Er würde das ja nicht trinken, aber dafür könnte man es gut brauchen. Sei milder wie die Rostentferner auf Säurebasis.

Heute der grosse Tag. Ausflug mit dem chinesischen e-Mobil von Vagelis. Wir sind sehr entspannt in dem fast schon luxuriös anmutenden Auto in das Dorf Mesogio zum Essen gefahren. Wenn man das Auto sieht und damit gefahren ist, dann wird einem schlagartig klar, was vor allem die deutsche Autoindustrie für ein Problem hat. Sehr angenehm, fährt gut – kostet aber nur ein Drittel…
In Mesogio angekommen, sind wir dann in das Lokal dort. ‚Das Lokal‘ – weil es einfach nur eins gibt. Und das kann man sich ein bisschen so vorstellen, wie wenn man in ein griechisches Wohnzimmer sitzt. Ohne Sofa, ok. Aber sonst kein grosser Unterschied. Vagelis meinte, er mag solche Lokale – es wäre wie daheim und es gäbe eben auch traditionelles Essen. Und nicht ‚griechisch-touristisch‘. Spannend. Wie sich herausstellte, kannten sich die irgendwie alle. Der Junge, der dort zu Besuch war, ist ein Schulfreund von Nikitas und dessen Grosseltern bewirtschaften das. Also hauptsächlich die Oma. Der Grossvater war auch da – er arbeitet im Steinmetz Geschäft und hat vor allem Aufträge von den grossen Hotels.
Kleines Schmankerl: Dort wo heute das Hotel Dorissa steht, sollte eigentlich nie was gebaut werden. Plötzlich war da aber eine Grube. Es soll da dann noch paar antike Überreste beim Aushub gegeben haben. Sagt man. Es weiss keiner, wie das so ging – aber plötzlich stand da das Hotel.
Vagelis meinte nur: Entweder hast Du Geld oder Beziehungen. Am Besten beides. Dann geht das. Man merkt: ‚the greek way‘. Aber so unter uns – das geht überall. Nicht nur in Griechenland.

Jedenfalls … das Essen war ausgezeichnet und unterhaltsam – mitsamt Spaziergang durchs Dorf. Das geht nicht allzu lang bei vielleicht 30 Häusern. Eines davon schaut sich Vagelis noch genauer an. Es ist das mit dem Nissan davor (siehe Galerie).

Alles in Allem war das ein sehr schöner und gelungener Ausflug. Ich bin sicher, heute Abend brauche ich nichts mehr zu Essen, also nochmal an den Strand und …. ich war das erste Mal da im Wasser. Noch recht erfrischend mit den 16-17 Grad, die es haben soll. Aber ist gut, das zieht die Falten raus. 🙂



















