Saison Ende

Saison Ende

Heute Abend war ich das letzte Mal in Vathy (Samos Stadt) um beim Piccolo das legendäre Eis zu essen. Das wird für eine Weile das letzte Mal gewesen sein. Denn am Donnerstag fliege ich (leider) zurück. Aber gut – alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Also wird es wohl nicht das letzte Mal gewesen sein.

Aber jetzt erst mal dort weiter, wo es aufgehört hat. Also die Zeit nach Chios. Wir sind nach Oinousses gesegelt und haben dort geankert. Das Dinghy hat schlapp gemacht. Dort waren wir wohl stehengeblieben. Trotz dem schlaffen Dinghy haben wir beschlossen, doch noch einen Fuss (oder zwei) auf die Insel zu setzen und dort was essen zu gehen. Und – die Biervorräte wieder aufstocken, die dann doch ziemlich abgenommen hatten. Ohne isotonisches Getränk beim Hochleistungssegeln, das geht gar nicht. Also das schlaffe Dinghy nach einem (eher erfolglosen) Flickversuch und aufpumpen zu Wasser gelassen, Aussenborder dran und los gings durch den Wellengang wegen Wind. In weiser Voraussicht haben wir die Pumpe mal eingepackt. Im winzigen Fischerhafen das Dinghy an Land gezogen und erstmal ein paar Restaurationsobjekte besichtigt.

sieht nach Arbeit aus

Über eine schmale Strasse gings dann den Berg rauf … und wieder runter in den Hauptort. Ich habe mich da schon gefragt, wozu man hier ein Auto braucht, aber offensichtlich ist das doch etwas weitläufiger und hat mehr Einwohner als man so denken mag. Von denen war allerdings am Hafen nicht viel zu sehen.

Suchbild. Wo tanzt der Bär?

Wir sind dann in so ziemlich dem einzigen Restaurant gelandet und haben da zu Abend gegessen. War eher so im Mittelfeld, aber egal, trotzdem ein netter Abend gewesen. Im Dunkeln sind wir dann zum Dinghy zurückgelaufen, haben es nochmal aufgepumpt und gehofft, dass es die Rückfahrt auch noch übersteht. Wenn nein, wäre das eher blöd gewesen. Nicht, weil wir dann hätten schwimmen müssen. Eher deswegen, weil dann wohl der Aussenborder mit abgesoffen wäre. Aber ist nochmal gut gegangen und wir haben den ‚Schlaffi‘ dann am gleichen Abend an den Davits nach oben gezogen. Man weiss ja nie. Zum Abschluss noch einen Metaxa und dann gings am nächsten Morgen weiter – zurück Richtung Südseite Chios bei ziemlich starkem Wind bis etwa 26kn. Das war aber halb so wild, diesmal kam er von hinten und wir hatten nur mit der Genua schon mehr als 7kn Geschwindigkeit erreicht. In der Bucht angekommen, mussten wir zweimal probieren, dann hat er gehalten und es gab nett Abendessen und anschliessend eine ‚Metaxa-Abend‘. Soll heissen, dass die Flasche anschliessend leer war. Wobei sie vorher nicht voll war. Aber wir dafür. 🙂 Dementsprechend gut haben wir geschlafen.
Dennoch – am nächsten Morgen (früh!) ging es dann eine grössere etappe von knapp 40sm nach Ikaria. Guter Wind bis etwa 5sm vor Ikaria, dann wars das erstmal. Den Rest mussten wir dann wieder mal Herrn Perkins bemühen, der uns klaglos bis in die kleine Marina auf Ikaria gebracht hat. Dort den Anker rein, rückwärts angelegt, alles gut. Im Vorfeld hatte ich schon den Platz in der Marina reserviert und zwei Scooter gebucht.

Überfahrt nach Ikaria bei gutem Wind.

Am Abend dann Essen gegangen, das war wie gewohnt in dem Restaurant, das ich schon kannte gut. Bis auf den Rotwein. Der war harter Tobak. Irgendwie selfmade mit einer merkwürdigen Farbe und noch merkwürdigerem Geschmack. Nach einem Wechsel auf Weisswein war dann alles gut. Zum Abschluss noch was in einem der Cafés trinken gegangen und am nächsten Morgen dann zum Frühstück. Die Scooter hatten wir ja schon am Abend zuvor in Empfang genommen und so gings dann bei ziemlich starken Windböen los zur Tour de Ikaria.

Schöne Strecke, sollte ich mal mit meinem Motorrad machen. Aber mit den Scootern ging das auch.

Dann sind wir auf der Nordseite wieder runtergefahren und siehe da: Keine Windböen mehr. Fast vollkommene Ruhe. Auf Ikaria ist es wohl so, dass es ein Sprichwort gibt, nach dem im Norden kein Wind aber Wellen sind und im Süden Wind und keine Wellen. Es sind also massive Fallwinde, die durch den Gebirgszug in der Mitte entstehen. Wir sind dann auf der anderen Seite in Evdilos angekommen und haben dort erstmal was getrunken. Irgendwann auf der Strecke hatte ich noch einen Anruf von der Marina bekommen. Ich dachte mir schon, dass das kein gutes Zeichen ist. Und das wars auch nicht. Die Böen in der Marina hatten zugenommen, der Anker hielt nicht und so ist die Mustang mit dem Heck immer wieder an die Kaimauer angeschlagen. Die Leute, die in der Marina waren, haben dann notdürftig Leinen gespannt, um das Schiff zu sichern, bis wir wieder da sind.
Dementsprechend war die Rückreise über Ikaria eher nicht ganz so entspannt, weil wir zur Marina zurück wollten. Dennoch, es gab schon einiges zu sehen und eine schöne Strecke. Wenn auch nicht ganz so warm, wie wir uns das in den kurzen Hosen erhofft hatten. 🙂

Easy Rider auf 125ccm

Zurück in der Marina haben wir dann erst nochmal ein Anker-/Anlegemanöver bei starken Böen gefahren. Dann war aber alles gut. Im Nachhinein denken wir, dass der Anker sich am Morgen gelöst hatte, als das grosse Motorschiff neben uns abgelegt hatte. Am Abend zuvor hatte der Anker ja so gehalten, dass wir die Kette richtig strammziehen konnten.

Mal wieder was zu reparieren. Glücklicherweise ist die Mustang ein Aluschiff. Es ist also ’nur‘ der Polyester Spachtel abgeplatzt. Also in der nächsten Saison nochmal raus und wieder reparieren. Da werde ich bei Nektarios wohl gleich 2kg Spachtel ordern müssen.

Am Nachmittag / Abend haben wir noch einen Ausflug an die Nordspitze zum ‚Drakano‘ Turm unternommen. Das ist ein Wehrturm aus hellenistischer Zeit, etwa um die Zeit Alexanders den Grossen. Sehr gut erhalten, man beachte wie das Ding gebaut ist. Steht auch nach über 2000 Jahren noch. Wir dachten wir müssten den Rest bis dorthin laufen, aber es ging auch mit den geländegängigen Scootern. 😉

Drakano Turm. Nein, der ist nicht schief. Das ist das Weitwinkelobjektiv.

Weil wir noch was trinken wollten, sind wir praktisch ‚um die Ecke‘ in Faros gelandet. Zu unserer Überraschung, gab es da einen sehr schönen Strand und ein Restaurant, in dem wir essen gegangen sind.

Strand von Faros
Aussicht aus dem Restaurant. Im Bild das Bier, das auf Ikaria gebraut wird. Und eine verirrte Bananenpflanze.
Die Ouzo Katze war auch da…

Am nächsten Morgen sind wir dann in Städtchen zu der Holzofen Bäckerei gegangen, haben ein frisches Brot gekauft und damit ein Frühstück gemacht. Ganz so eilig war es nicht, wir wollten erst irgendwann nach 9.30 los, wenn unser Marina Nachbar weg ist.

Die Holzofen Bäckerei
Frühstück mit Holzofenbrot

Es war schön auf Ikaria und so sind wir nach dem Frühstück bei Starkwind (sehr stark. bis zu 30kn) losgesegelt. Wir haben uns für die Route südlich um Ikaria entschieden. Das war auch gut so, denn wir hatten dann achterlichen Wind und sind mit der Genua mit bis zu 8kn unterwegs gewesen. Ziemlich Welle hatte es auch. Und – Delphine! (alte Rechtschreibung, nicht die Legastheniker Version)

Ein Rudel Delphine…. :)) (ja ich weiss, das heisst wohl eigentlich Schule. Wobei ich nicht weiss, was das mit Schule zu tun hat)

Wir sind also dann bei ziemlich Welle und einigen Meilen auf Agathonisi angekommen. Dort mit Heckleine geankert – alles gut. Am Abend gab es dann Salat mit Fleischbeilage. Das hatten wir auf Ikaria noch gekauft und war ziemlich lecker. Aber an den Mahi Mahi kam es irgendwie doch nicht ran.

Zwei ‚Rinderkoteletts‘ auf dem Grill. Der musste wegen Rückenwind an den Bugkorb.

Lecker wars. Anschliessend Ouzo Abend. Das ging in etwa ähnlich aus wie die Sache mit dem Metaxa. Am nächsten Morgen sind wir dann wegen der Windvorhersage erst zu Mittag los. Diesmal hart am Wind, wir mussten kreuzen. Da aber das Kuttersegel nicht drauf war (Furler defekt), ging es nur mit der Genua. Dementsprechend hat das auch eine Weile gedauert.

Zurück nach Samos…

In der Marina angekommen, haben wir den Tag bei einem gemeinsamen Essen im ‚Pitagoras‘ ausklingen lassen. Das ist dort, wo es die besten Souvlaki auf der Insel gibt. Tags darauf erstmal Reparaturaktion. Erstmal den defekten Furler vom Cuttersegel abmontiert, das war ja noch einigermassen einfach. Andi hat den mitgenommen und wird ihn dankenswerterweise revidieren.

Da dreht sich nichts mehr. Das Kugellager sitzt fest, korrodiert.

Die längere Aktion war das Ersetzen der Steuerbord Laterne. Zlatko hatte uns dankenswerterweise die Halterung noch angepasst. Der mühsame Teil war das Kabel in die Reling einzufädeln. Aber nach etwa 10 Versuchen haben wir auch das hinbekommen und fertig wars.

Arbeiten im heimeligen Ankerkasten

Nach einem Ausflug zu ‚meinem‘ Imker für den Honig-Souvenir Kauf ging es am Abend dann ins Marina Restaurant. Warum in die Ferne schweifen – dort ist es auch gut.

Tags darauf (Montag) musste ich dann wieder arbeiten. Wie sich nach einigem hin und her herausgestellt hat, ist zwischenzeitlich nicht nur das Dinghy sondern auch das neue Segel angekommen. Allerdings nicht in der Marina, sondern in der Post von Pythagorio. Das haben wir per Zufall herausgefunden und Katerina engagiert. Sie hat mit Ihrem Taxi beide (schweren) Pakete in die Marina gebracht.
Gegen Abend ist Andi dann abgereist – es war eine schöne Zeit!

In den letzten 1.5 Wochen habe ich dann noch einige Dinge repariert, erledigt, aufgeräumt, gepackt, winterfertig gemacht, sowie Segel und Motorenservice organisiert.

Saison Ende.

Aber heute ist nicht alle Tage – ich komm wieder, keine Frage. 🙂



1 thought on “Saison Ende”

  • Ohje, hört sich nach viel Arbeit an aber sehr toller Bericht…bekomme die grosse Sehnsucht nach Farien und (viel) Meer…

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