Seit dem 1. August bin ich nun wieder auf der Mustang. Das wichtigste vorweg: Sie schwimmt noch. 🙂 Mehr oder weniger als Erstes (neben dem obligatorischen Auspacken musste ich erstmal die Staubschicht entfernen. Der Wind trägt eben doch immer so einiges mit sich. Im Grunde ist während der Woche in puncto Reisen nicht viel gelaufen, ich bin auch nicht aus der Marina rausgekommen. Ausser vielleicht zum einkaufen. Ich musste ja arbeiten tagsüber und am Abend habe ich mich mit dem Einbau des Wassermachers beschäftigt. Damit ich den aber überhaupt einbauen konnte, brauchte ich noch ein paar extra angefertigte Montageklötze. Ist eben auf einer Alu Segelyacht nicht ganz so trivial wie auf einem GFK Schiff. (OK, auch da empfiehl es sich nichtm ein Loch in den Rumpf zu Bohren. :)) Die Klötze habe ich nach meinen Angaben in der Schweiz bei einem Schreiner aus Eiche machen lassen. Das ist einigermassen wasserfest. Zudem habe ich ein neues Brett aus Acoya für den Bug anfertigen lassen. Das alte Gräting war durchgetreten und so langsam gefährlich, wenn man draufsteht. Das Bild davon ist in der Galerie zu sehen.
Also … Stufe 1 Wassermacher: Die Montageklötze einbauen. Bei allem was jetzt kommt, kann man von einer Umgebungstemperatur von etwa 35 Grad ausgehen. Ich habe festgestellt, dass ich da erstmal eine Vertiefung in die Klötze machen muss, damit die Gewindeschrauben nicht oben rausstehen. Glücklicherweise habe ich eine ziemlich gut ausgerüstete Werkstatt an Bord mit Schraubstock und Stemmeisen. Also überall wo notwenig eine Vertiefung reingemacht. Beim ersten Durchbohrungsversuch habe ich dann einen Bohrer abgebrochen. Musste ich erstmal einen neuen bei Nektarios kaufen. Der aufmerksame Leser merkt: Nichts, aber auch gar nichts geht auf einer Yacht ‚mal schnell‘. Dann waren die Montageklötze aber drin und passten auch. Einen musste ich etwas kürzen, aber das hatte mehr mit dem zu tun, dass ich das genaue Mass nicht aufgeschrieben hatte und ich mich mit dem Schreiner auf etwas geeinigt hatte, was garantiert lang genug ist.

Danach kamen am nächsten Tag die Acoya Spanplatten drauf. Die sind absolut stabil und wasserfest. Haben sich bei der Bilgenpumpe schon bewährt.

Am gleichen Abend (oder einen später) fand noch das grosse Schiffe versenken im Hafen von Pythagorio statt. Hatte ich wohl jetzt verpasst. Da wird jedes Jahr die gewonnene Seeschlacht gegen die Türken zelebriert, das Samos die Unabhängigkeit von der Türkei wieder brachte. Dazu wird mit einem Riesen Tamtam ein grosses Schiffsmodell im Hafen von Pythagorio erst angezündet und dann gesprengt. Anschliessend dann Feuerwerk.

Es gab noch ein paar Zwischenschritte, jetzt ist der ‚Kyma 60 comfort‘ von Julian eingebaut (os-watermakers.com). Er ist ein junger, cleverer und sehr sympathischer (weil authentisch) schwäbischer Ingenieur, der mich auf der ‚boot‘ in Düsseldorf sofort überzeugt hat. Ironischerweise war er bei meiner Vorbereitung zur Messe eher bei ‚kann ich ja auch mal noch anschauen‘. Aber die anderen haben mich einfach nicht angesprochen. Bei Julian hat alles Hand und Fuss und er ist sich nicht zu schade auch bei kleinen Dingen zu helfen und zwei Schlauchanschlüsse extra in die Schweiz zu schicken, damit ich sie mitnehmen kann.

Der Test steht noch aus. Nächste Woche werde ich die Marina verlassen und in einer Bucht einen Testlauf absolvieren. Hoffen wir mal, dass das alles so funktioniert wie es soll und auch noch dicht ist. Die Spannung steigt. Wenn das funktioniert heisst das, dass das Thema Wasser und Strom auf der Mustang einfach kein Thema mehr ist. Wer dauerduschen oder 20 Liter am Tag trinken will, kann das sorglos tun. Sogar eher besser, damit es einen gewissen Durchsatz gibt. Der ‚Wassermacher‘ basiert auf Umkehrosmose, hiesse im zivilen Leben wohl eher ‚Meerwasser Entsalzungsanlage‘ und erzeugt 60l Trinkwasser pro Stunde bei etwa 280 Watt. Das ist im Vergleich nur etwa ein Drittel der konventionellen Anlagen.
Nachdem ich heute den letzten Streich daran gemacht hatte, ist alles eingebaut. Muss dann nur noch Strom dran, aber auch das ich vorbereitet. Daumen drücken!
Nachdem ich die Bude heute wieder aufgeräumt hatte (mittelschwerer Granateinschlag, der überall Teile und Werkzeug verteilt hat :), habe ich eine Moppet Tour über die Insel gemacht. Schlussendlich bin ich bei ‚Poppi‘ gelandet. Sie betreibt das Restaurant ‚The nest of taste‘, hat mich persönlich begrüsst und sich vorgestellt. Herzerwärmend. Und… saugutes Essen bei grandiosem Ambiente im Dorf Leka oberhalb Karlovassi.

Ach. Zwischendrin war ich noch beim Imker meines Vertrauens. Ich durfte mit Ihm in die Arbeitsräume und er hat dann frischen Orangen-Wabenhonig für mich geschnitten. Gleich ein Kilo, das dürfte eine Weile langen. Die Tupperschüssel gab es gratis obendrauf.
Nun ist die Woche mit viel Arbeit und Schweiss vorbei, der Wassermacher drin und Ende nächster Woche wird in der Bucht getestet.




























Hey Sven,
das waren ja wieder viele schöne Bilder, habe alles auch gestern gleich geleen, aber ich kam nicht dazu gleich zu antworten , weil Nachmittags tatsächlich Achim uns auf Kaffee und Kuchen besucht hat. Und es wurde ein vergnüglicher Nachmittag. Kommenden Sonntag wird Kim uns besuchen, ein Highllight naach dem anderen.V Wir freuen uns sehr.
Deine Fotos sehen nach viel Arbeit aus, es iist alles aber wunderbar geworden. Und wenn der Wassermacher jetzt noch funktioniert, dann ist ja alles palettti. Schon ausprobiert? Außerhalb der Marina?
Glückwunsch für die gelungene Arbeit….
Sei lieb gegrüßt
Maus