Monat: Mai 2026

Schiffseinheiten und Würmer

Schiffseinheiten und Würmer

Am Donnerstag habe ich mich vorbereitet, die Marina am Folgetag endlich mal zu verlassen. Das hiess, dass ich mit Gabriel und den anderen der Marina vereinbart hatte, dass das Schiff nochmal rausgenommen wird. Maximal zwei Stunden, Zlatko und Zoran meinten, dass wir zusammen nicht länger…

Aufgetakelt

Aufgetakelt

Doch schon wieder paar Tage her, dass ich was geschrieben habe… Julia ist wieder zuhause und hat sich am Montag von der Spitex und heute vom Arzt den Finger verbinden lassen. Es gibt wohl eine Folie die die Wundheilung fördern soll. Das Beste daran: Nur…

Hausbesuch und Weinmuseum

Hausbesuch und Weinmuseum

Am Dienstag abend waren wir in Psili Ammos. Wie schon letztens geschrieben heisst das einfach ‚feiner Sand‘. Wir dachten, das ist in der Nähe und Julia wollte auf jeden Fall noch die Flamingos von Samos sehen. Also los. Zwischendrin dachte ich, dass ich es besser weiss als die Ortsschilder, aber das war Fehlanzeige. Wenn man am Strand von Mykali entlang fährt ist das zwar schon die richtige Richtung. Leider kommt dann ein Privatgrundstück und die Strasse hört auf. Also zurück und den Schildern nach. An einem der vielen Militärstützpunkte vorbei war da dann schon der Teich mit Brackwasser, auf/in dem die Flamingos wohnen. Die waren auch zuhause und dank einem Mann, der eine Drohne über den Flamingos kreisen liess sind die immer wieder mal gestartet und eine Runde geflogen.

Flamingos am Start

Anschliessend Psili Ammos. Der Sand war tatsächlich Sand, es war praktisch keiner da. Kein Wunder, wenn es bewölkt und nicht wirklich warm ist. Trotzdem sind wir einmal am Strand entlang gelaufen und dann in eine Bar mit Ausblick gesessen bei griechischer Milch und alkoholfreiem Bier.

Psili Ammos. (griechische Milch = Ouzo 🙂

Was ich noch nicht erwähnt hatte: Der letzte Verbandswechsel im Spital war eine mittlere Katastrophe. Die Anweisungen von Maria, die sie aufgeschrieben hatte, wurden schlicht ignoriert und der Arzt dort wusste wohl nicht mal wie man einen Verband an einem Finger macht. Nach einem Telefonat mit Maria hat sie sich bereit erklärt am nächsten Tag zur Marina zu kommen.

Maria auf der Mustang

Der Finger wurde fachgerecht verbunden, ich habe dabei zugesehen, damit ich das nötigenfalls auch mal noch machen kann. Dabei ist eine schwarze Stelle oben am Finger aufgefallen, das wollte Maria am nächsten Tag dann im Spital entfernen. Davon abgesehen war sie aber sehr zufrieden mit der Entwicklung und sagte noch, ‚Wackelpudding‘ (Götterspeise, Gelatine) wäre gut für die Zellbildung der Haut. Gäbe es im Lidl. Haben wir dann in einem Laden in Pythagorio gekauft, zusammen mit einer Packung Gummibärchen. :))
Aber zunächst gab es nach dem Verbandswechsel Kaffee, Kuchen und lustige Arztgeschichten aus Samos. Maria meinte, Ihr Vater hätte auch eine Segelyacht und er käme im Urlaub von Thessaloniki nach Samos. Da könnte er mich ja dann auf einen Angelausflug mitnehmen. Ich bin gespannt. Wenn das wirklich so stattfindet, kriege ich vielleicht ja mal ein paar gute Tips, wie man im Mittelmeer einen Fisch an die Angel bekommt. Wir haben noch für den Freitag zum gemeinsamen Essen abgemacht, wir wollten Sie unbedingt für Ihren super Einsatz noch wenigstens ein wenig entschädigen. Wesentlich mehr ging an diesem Tag nicht mehr, wir konnten aber viel über das merkwürdige Gesundheitssystem Griechenlands lernen, das eben zu nicht wirklich guten Effekten beim Fachpersonal (hauptsächlich den Ärzten) führt.
Am folgenden Tag ging es zunächst in die Apotheke, ein paar Sachen abholen. Da wir warten mussten, bis Maria sich meldet, haben wir noch das Weinmuseum besichtigt.

Das Weinmuseum von Samos (Logisch…steht ja da… 🙂

Das Weinmuseum ist durchaus sehenswert. Hier wurde lange der Wein von Samos genossenschaftlich erzeugt. Bis zu 2200 Weinbauern brachten Ihre Trauben und dann wurde daraus Wein gemacht. Das ist auch heute noch so, allerdings wurde vor etwa 10 Jahren das Gesetz gelockert, nach dem die Weinbauern verpflichtet sind alles dort zu verarbeiten. Es gibt zwischenzeitlich einige eigenständige Winzer.

Zwischendurch ein Eis zur allgemeinen Erheiterung. Madagaskar Vanille und Gianduja. Schleck!

Gestern wurde dann die schwarze Stelle von Maria entfernt. Das war für Julia alles andere als erheiternd. Musste aber sein, und es ist gut, dass das gemacht wurde um eine eventuelle Nekrose gleich im Keim zu ersticken. Im Anschluss daran sind wir nach ‚Ano Vathy‘ gefahren. Also das alte Vathy. Da kam dann ein schild, dass es eng werden würde für Autos. OK. Dass es so eng werden würde, das hatte ich auch nicht geahnt. Das Auto war ja alles andere als gross, dennoch mussten wir die Ohren (Spiegel) anlegen, sonst hätte das nicht gelangt. Zu allem Überfluss waren sie an einer Stelle auch gerade noch dran mitten in dieser schmalen Strasse ein Loch zu graben – vermutlich Rohrreparatur. Mit viel zirkeln und gemeinsamer Arbeit sind wir dort aber auch noch vorbei gekommen und per Zufall an einem Restaurant gelandet. Und das war richtig gut. Eigentlich öffnen sie erst um 13.30 – wir waren um 12 da. Dennoch haben sie uns super leckeres Essen incl. Milchlamm vom Holzkohlespiess gemacht. Wirklich sehr nett. Die Wirtin meinte, normalerweise seien hier hauptsächlich Griechen im Sommerurlaub, die zu Ihr zum Essen kommen…

To Konaki – übersetzt in etwa ‚Dein zuhause‘

Nach all der Aufregung hätte es eigentlich für einen Tag gelangt. Aber wir hatten noch mit Vagelis und Cleo am Abend abgemacht und sie in Ireon zum Essen eingeladen. Mir ist erst heute aufgefallen, dass ich davon gar kein Foto gemacht hatte – es war aber ein netter Abend in dem Restaurant, wo es die Makrelen gab..

Myli & mehr

Myli & mehr

Nachdem ja nun nicht mehr an Segeln zu denken war, dachten wir uns – versuchen wir mal das Beste daraus zu machen. Weil es mit dem Motorrad ja nun nur noch schlecht geht irgendwohin zu kommen, haben wir ein Auto gemietet für die Woche. Wieder…

Planänderung

Planänderung

Diesen Donnerstag ist Julia angekommen. Also vorher noch paar Sachen erledigt, unter Anderem nochmal zu Nektarios und Lebensmittel einkaufen. Ich habe den Eindruck, dass ich dort bald täglich bin. Es war ein schöner Sommertag und soweit alles vorbereitet, damit wir dann – so der Plan…

Der Strandinspektor

Der Strandinspektor

Zwischenzeitlich hat der ‚work‘ – Teil im Wort ‚workation‘ wieder angefangen. Um genau zu sein, seit einer Woche. Die Datenverbindung war einwandfrei, also von dem her alles Bestens. Allerdings gibt es da eben nicht viel zu berichten. Ausser dass ich dann am Rechner sitze und arbeite… 🙂 Abends dann irgendwelche Arbeiten am Boot verrichte vielleicht noch.

Am Sontag letzter Woche kam dann das angekündigte Tiefdruckgebiet und hat die Gegend hier mit 11 Grad, Regen und starkem Wind beglückt. In der Marina aber kein Problem. Problem war mehr, dass das hier war wie an der Ostsee. Also eher untypisch für Griechenland. Passend zu Arbeitsbeginn am Montag hat sich dann das Wetter aber gebessert. So ganz unglücklich war ich darüber aber nicht, denn die Dusche ist ja nicht im Bad nebenan, sondern über den Hof.

Irgendwann während der Woche war ich dann nochmal bei ‚Pitagoras‘. Warum, weiss ich auch nicht mehr so genau, ich glaube das war im Zusammenhang mit dem Kauf von Silikonspray bei Nektarios. Das brauche ich eben immer, wenn ich die Vorsegel montieren will – damit das in der Schiene gut läuft.

Kennt Ihr ja schon, das Bild – diesmal aber mit der Zitrone drauf. Und vier statt 3 Spiesse.

Als ich da so sass und um mich herum – und raufgeschaut habe – habe ich dann ein Musterbeispiel für griechische Elektrik gesehen. Wer braucht schon Verteilerkästen, wenn es auch ohne geht.

geht doch. Muss man kein ‚Overengineering‘ machen :)))

So wie am Wochenende der Sturm durchgerauscht ist – so ruhig ist es zwischenzeitlich. Spiegelglattes Wasser in der Marina. Auch mal gut, nachdem es ja doch mehr als eine Woche ziemlich geblasen hat. Aber irgendwie kommt das einem auch komisch vor, wenn es plötzlich so ruhig ist.

morgens um 6 in Griechenland

Den Rest der Woche ist im Grunde ausser Deck und Pantry putzen nicht so viel passiert. Den Saharastaub von Deck zu schrubben hat 3h gedauert. Und ich finde immernoch Stellen, an denen das drin ist. Das wird wohl noch eine Weile gehen, bis das Zeug wirklich weg ist. Problematisch ist eben, dass das Zeuch sich richtig festklebt. Und zu allem Überfluss hat es dann – nachdem alles geputzt war natürlich – wieder geregnet. Wieder alles voll mit dem Zeug. Vor allem die Scheiben. Ach… 😉

Gestern hatte mir Vagelis geholfen, die Segel zu aufzutakeln. War ich froh drum, allein kriegt man das nicht hin. Allerdings ist meine Erkenntnis aus dem, dass technisch (wir reden nicht mal von seglerisch) unbegabte Personen und eine elektrische Winsch keine gute Kombination ist. Immerhin – zwei der Segel sind aufgetakelt.

mit kleiner Garderobe. Die beiden Genuas mache ich lieber zusammen mit Julia.
Die Winsch nachher…

Am Abend habe ich dann einen Ausflug zum Lidl gemacht. Schon mal das schwere Zeug kaufen. Also Wasser und Bier. Wenn Julia dann da ist kaufen wir den Rest. Da ich ja dann schon mal in der Nähe von Vathi (aka Samos Stadt) war, bin ich da zum Restaurant ‚HPA‘ – also auf Deutsch ‚Hera‘. Die Leutchen dort haben mir es irgendwie angetan. Warum – gute Frage. Aber es ist einfach, günstig und ehrlich. In keiner Weise ‚geschleckt‘. Ich mag sowas. Klar, die Damast-Tischdecke und das Silberbesteck ist auch chic und ab und an gut. Aber eben – einfach und ehrlich ist eben auch gut.
Nebenan war an dem Platz gerade eine Kindergeburtstag, da war dann der Bär los… Griechisches Leben also. Sehr gut. Danach bin ich dann trotz der üppigen Portion bei Hera eben doch noch zum Piccolo. Der Mann dort hat eine kleine … ja was ist das? Eisdiele kann man das eigentlich nicht nennen. Spielt auch keine Rolle, er hat Eis. Und zwar richtig gutes. Also gab es Madagaskar Vanille und einen Café Frappé.
Danach bin ich noch etwas in der Gegend rumgelaufen und habe einen Herrn entdeckt, den ich vorher immer vollkommen übersehen oder ignoriert hatte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Themistoklis_Sofoulis

Weitere Bilder vom abendlichen Rundgang finden sich in der Galerie. Wenn man sich mal ein bisschen Zeit nimmt, kann man schon das Eine oder Andere (interessante oder schöne) entdecken.

Heute war das Klar Schiff innen angesagt. Das werde ich jetzt nicht weiter vertiefen. Vorher hatte ich allerdings noch meinem Bootsnachbarn von gegenüber geholfen, das Grosssegel zu setzen und wieder einzuholen. Wobei das die Erkenntnis gab, dass ich diese Mastrutscher mit Rollen auch brauche, die er hat. Da fiel das Segel in einem Rutsch und vielleicht 3 Sekunden einfach in das Lazybag. Ich hatte daran zwar auch schon rumüberlegt, aber es eben noch nicht umgesetzt. Jetzt bin ich überzeugt.
Besuch von einer Holzbiene hatte ich dann im Salon auch noch. Zuerst habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Aber dann gab es so seltsam Knurpsgeräusche. Da musste ich das Viech dann doch mit einem Kopfstoss vertreiben. Nagt an der Inneneinrichtung der Mustang rum. Geht gar nicht. Bis jetzt ist Ruhe, Sie ist nicht mehr zurückgekommen.

Da nagt die rum. An dem Loch links war sie wohl gestern dran. Unfassbar.
Ich hatte mich schon gewundert, wo diese Krümel herkamen. Jetzt weiss ich es. Erinnert mich glatt an die Zeichentrickfilme, wo Termiten ein Holzhaus in Sekunden zerlegen.

Am Nachmittag habe ich mich dann mit dem Moppet auf den Weg gemacht. Ich wollte mir einen Strand im Nordosten anschauen – Mourtia Beach. Das sieht so klein und abgelegen aus, könnte noch schön sein. Irgendwie habe ich mir allerdings selbst als die Strasse für griechische – oder Samos – Verhältnisse einer Autobahn glich noch nicht wirklich Gedanken gemacht.

Die Strasse nach Murtia Beach

Als ich dort ankam, habe ich es dann auch endlich kapiert. Sonntag, gut erreichbar – da ist man nicht allein. Waren doch einige Griechen dort. Touristen habe ich weniger gesehen. Aber ok, schön ist der Strand schon. Eben mit den obligatorischen Liegestühlen.

Mourtia Beach
Vorteil: Es gab einen Café Frappé und ein Eis. Das allerdings hätte ich mir verkneifen sollen. Nach Piccolo’s ‚Madagaskar Vanilla‘ ist Carte d’Or einfach schrecklich…

Danach wollte ich noch zu Psili Ammos. Das heisst übersetzt einfach sowas wie feiner Sand oder ‚goldener Strand‘. Und davon gibt es schon mehrere, weswegen es auch mehrere ‚Psili Ammos‘ gibt. Also – als Ortsbezeichnung meine ich. Dort angekommen habe ich allerdings davon nur ein Bild vom recht flach auslaufenden Strand gemacht. Das hat mir eigentlich gelangt, der Rest war schon klar.

Rechts der Strand, links die Flamingos
Das ist Psili Ammos nach dem Versuch mit KI das Kabel wegzuretuschieren, das da im Weg war. Hat nur so halb funktioniert.

Da ich jetzt die Flamingos schon erwähnt habe, hier auch noch ein Bild von denen. Gut – sind etwas klein, wie sie da in dem Brackwasser rumstapfen. Muss ja zugeben, ich bin kein Flamingo Fan mehr. Seit ich die mal in Florida von nahem gesehen – oder bessergesagt gerochen habe. So in der Distanz sind sie ok. Da riecht man die nicht.

Da hinten sind sie. (Zoom in der Galerie)
Flashback

Flashback

Den zweiten Tag in der Bucht habe ich eigentlich hauptsächlich mit Lesen verbracht. Das Buch vom Meer, das ich zum Geburtstag von einer ganz lieben Person geschenkt bekommen habe. Selbst wenn der Aufmacher – nämlich das Fangen eines Eishais nur der Aufmacher war – es…


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