Mitternachtsschwimmen mal anders

Mitternachtsschwimmen mal anders

Gestern sind wir dann in Marmaris los. Nachdem wir das Deck von der Ascheschicht befreit hatten und die Genua montiert war. Das war eine ziemliche Schrubberei, aber es hat sich gelohnt. Mir war nicht bewusst, dass Wasser so schwarz aussehen kann.
Danach kam dann Jörn mit seiner Crew auf einer Beneteau Ocenais 45 und hat uns an der Marina abgeholt. Wir sind dann durch die Meerenge bei Marmaris in Richtung Westen gesegelt. Wie das eben so ist, gabs auch erstmal ein paar kleinere Pannen. Die Genua rutschte runter, der Furler (Rollsegeleinrichtung) hat sich verklemmt. Aber das war dann schnell erledigt und wir konnten weiter.

Es gab dann nur noch zwei Buchten zur Auswahl und so haben wir uns für die kleinere entschieden. Anker rein, Heckleine raus. Um die Heckleine hat sich dann Tina gekümmert. Das heisst: Zum nächsten Felsen schwimmen, Leine drum und wieder zurück.


Danach haben wir den Grill angeworfen und ein paar wunderbare Lammsteaks gegrillt. Die sind einfach vom Holzkohlegrill am besten – da haben die Türken schon recht. Das wurde am nächsten Tag dann auch von den Gülets, die dann eingetroffen sind bestätigt. 😉

In der Bucht war es einigermassen windig, in Böen bis zu 20 Knoten Wind. Eigentlich nicht so wild, hätte sich nicht direkt nebenan noch einer ‹reingenagel› – also war ziemlich nah. Da der Wind von der Seite kam, war das Stress für die Heckleine. Wir haben die immer wieder beobachtet und auch mal den Anker nachgezogen. Aber um Mitternacht ist dann das Seil um den Felsen doch an seine Leistungsgrenze gekommen und hat sich mit einem Knall verabschiedet.
Was tun?
Unfassbar, aber wahr: Tina ist zweimal im Dunkeln zum Felsen geschwommen und hat zwei neue Heckleinen ausgebracht, während ich versucht habe, das Boot einigermassen mit dem Motor auf Position zu halten. Das Wasser war wohl ganz ok von der Temperatur her… aber wenn man wieder draussen ist wird es schnell sehr kalt. Alle Achtung – so eine Aktion verdient vollen Respekt un Bewunderung!
Danach Boot bombenfest vertäut und hat sich nicht mehr bewegt. Gut… wie das halt so ist: Danach hat der Wind dann nachgelassen. Aber weiss man ja nie, ausserdem mussten wir das ja irgendwie in den Griff kriegen.
Mit einigen Tassen heissem Tee war Tina dann wieder einigermassen temperiert. Heldenhaft.

Am nächsten Morgen wars dann windstiller und man konnte morgen im Meer schwimmen, im Cockpit frühstücken und …. die Dusche reparieren. Die hatte mich ja schon einige Male zur Verzweiflung gebracht, weil sie einfach nicht funktioniert hat. Also mal die Konsole im Heck abgeschraubt – siehe da…. Der Schlauch war verdreht und geknickt. Endlich mal wieder normal duschen!
es sei noch erwähnt, dass mir der Deckel der Konsole ins Wasser gefallen ist. Das hatte eine Tauchaktion > 10m zur Folge um das Teil wieder zu holen. Mir tun die Ohren immernoch weh davon, aber der Deckel ist wieder dran.

In der Folge kam noch Judith mit dem Standup Paddeldings vorbei auf einen Kaffee und zur Bootsbesichtigung. Alles wunderbar. Fast wie Urlaub. Zwischendrin noch ein bisschen Forschung nach der Verbindung zum Wassertank betrieben – denn der Schlauch sollte ja ausgetauscht werden. Gegen ein Uhr wollten wir dann langsam los. Also Motor an, Heckleine einholen. Und… nichts tat sich, der Motor wollte nicht mehr starten. Mist! Jetzt hatte ich das im Sommer schon zigmal und es sollte eigentlich gut sein. Nichts dergleichen. Er wollte nicht anspringen.

Aber man kennt es ja so langsam, also habe ich den Diesel mal schnell entlüftet und voila! Da lief er wieder. Ich unten an den Einspritzdüsen, während Tina den Anlasser gedrückt hat. Puh! Jetzt aber los, die anderen warten schon. Anker rein und raus aus der Bucht.

Es folgte ein Segeltrip bei blauem Himmel und reichlich (Gegen)Wind bis zum Sailors House. Dort dann angelegt und erstmal zusammen mit Jörns Crew (Judith, Hannah, Olga, Ruedi, Matthias) ein Anlegebier genommen. Oder zwei? Egal – nicht so wichtig. Es war sehr lustig zusammen.

Danach sind wir alle zusammen wunderbar essen gegangen, es gab feine Meze und frischen Fisch. Danach hat uns dann Hannah im Uno spielen alle abgezogen…. 😉

Die Bilder diesmal in einer Galerie – die Verbindung ist hier zu schlecht, um jetzt die Bilder alle in den Text ‹reinzubasteln›. Um 12 Uhr nachts…



1 thought on “Mitternachtsschwimmen mal anders”

  • Hallo und guten Morgen an alle,
    es ist immmer wieder eine riesige Freude für mich, die Fotos und Deine Kommentare zu lesen. Nun hat sich auch manche Frage von mir, aufgelöst. ZB.: wie groß ist Deine Crew? Daß die anderen Leutchen auf einem anderen Boot sind und Ihr mit ihnen zusammen unterwegs seid, kam erst nicht so richtig bei mir an. Der Name Jörn kam mir so bekannt vor, aber wahrscheinlich irre ich mich. Nun ist es ja geklärt!!
    Und Tinas Einsatz in nächtlichem Gewässer ist schon bewundernswert, alle Achtung! Habt Ihr schönes Wetter, wie ich auf den Fotos sehe ? Und Wind dazu, was wollt Ihr mehr. Und gegrillte Lammsteaks….Toll! Und damit es Dir nicht langweilig wird, immer mal was zum reparieren,ha,ha,ha. Tauchgänge incl.
    Wir werden uns morgen früh von hier verabschieden und in die Provence fahren, nach Mausanne, wo wir schon öfters waren. Das Wetter ist momentan nicht so schön, ziemlich bedeckt, aber der angekündigte Regen ist bisher nicht eingetroffen, toi,toi,toi
    Danke auch für das mail, ist die Verbindung wieder ok? Zumindest der Blog kam wunderbar an, und mit der Fotogalerie ist es ebenfalls einwandfrei.
    Euch noch einen schönen Segeltag
    Maus

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