Be flexible

Be flexible

Endlich! Nachdem ich nun doch schon einige Fragen nach den Blog Einträgen hatte – es ist nichts passiert. Ausser dass ich entweder zu beschäftigt oder schlicht zu faul war. Solls geben. Nun sitzen wir hier im Hafen von Datca (Mandeln und Honig) und hören die Musik von sicher 3 Kneipen gleichzeitig bei einem türkischen Tee und einem Tässchen Rum.

DONNERSTAG – Reisetag
Alles fing wie üblich in Zürich am Flughafen – Checkin 2, Reihe 5 an. Und auch wie üblich musste ich wieder mal 10kg Übergepäck buchen. Zusammen hatten Julia und ich dann 50kg dabei, inclusive 2 Angelruten als Sperrgepäck. Alles soweit gut, ich hatte ja da schon Übung drin.

50kg

Danach gings dann zum Flugzeug, wie schon öfter mit Pegasus. Das ist zwar mit Zwischenlandung in Istanbul und 3h Aufenthalt dort, aber das sollten wir noch brauchen. Der Flug hatte diesmal tatsächlich eine Stunde Verspätung, bis er mal abgeflogen ist. Da dachten wir dann, das ist ja dann gut, dass wir etwas Reserve haben. Blöderweise ist dann der Flug nach Dalaman auch noch eine Stunde später abgeflogen. 🙁
Schliesslich sind wir dann doch noch im Hotel ‹Cooks Club› angekommen und konnten dort dann noch den Pool und die geschlossene Bar bewundern. Das mit der Nacht im Hotel war notwendig geworden, weil es mit der neuen Lackierung des Boots Verzögerungen gegeben hatte. Deswegen stand das Boot am Donnerstag abend noch an Land…

Der Pool. 50m links davon das Meer. Ich frage mich immer, wer sowas braucht, wenn das Meer nebendran ist.
Die Flip Flops passen…

FREITAG – Einkaufstag

Nach dem Frühstück im Hotel und einem kurzen Besuch bei Okan und dem Boot sind wir in die Stadt und haben da fast einen Hitzschlag bekommen. 36 Grad. Das ist schon ein Wort, nach den gemässigten Temperaturen in der Schweiz. Den Laden mit den Nüssen und den Gewürzen habe ich dann leider nicht mehr gefunden, wohl eine Nebenwirkung des Temperaturschocks.

Frisch lackiert (und sicher 3 mal geschliffen, um die Beulen rauszukriegen)
Die ganzen Macken sind weg….

Als wir dann in Marmaris zur Abkühlung ein Eis gegessen hatten und alle Einkäufe erledigt waren ging es wieder in die Marina. Gut, dass wir dazu einen Mietwagen hatten. Das wäre sonst mit Taxi doch etwas mühselig geworden. Vor allem auch, weil ich noch die neuen Matratzen bezahlen mussten und im Marine Laden eine neue türkische Flagge kaufen. Die alte Flagge war schon ziemlich zerfleddert – und das geht gar nicht. Glücklicherweise haben und die Leute von SothWest die Matratzen zum Boot transportiert. Der Opel Astra ist für sowas nicht gebaut…
So konnten wir also erstmal die ganzen Einkäufe (auch die aus dem Honig-Laden 🙂 versorgen. Jetzt ebenerdig und über die nagelneue Gangway. Letztes Jahr hatte ich dafür einfach ein Brett. Ich dachte mir, das ist einfach und geht nicht kaputt. Nur – es ist auch schwer und schleift dann dauernd auf der Hafenmole, wenn sich das Schiff bewegt. Das macht (nachts in der Achterkabine extrem gut hörbare) Geräusche und tut auch dem Boot nicht so wahnsinnig gut, weil es immer dranschlägt.

Das neue Logo ist dran…
Die neue Gangway und dank Achim ein genialer neuer Schriftzug am Heck.

Jetzt mussten noch die Segel drauf. Wir haben nach dem Einräumen unserer Sachen und der neuen Matratzen am Abend noch die beiden Vorsegel geschafft, dann war es genug für den Tag und es gab erstmal einen Sundowner. Das Grosssegel ging dann nicht mehr, weil es zuviel Wind hatte. Beziehungsweise aus der falschen Richtung. Wir haben das auf den nächsten Morgen verschoben, nach der Arbeit in der Hitze waren wir einfach erstmal K.O.

Sundowner: EFES Sommerversion
OMG! Ein Selfie

Da wir ja nun noch den Mietwagen hatten, sind wir in die Stadt zu Mehmed Ocakbasi. Immer wieder gut….
Feines Essen und der Rosenverkäufer hat auch noch was verdient.


SAMSTAG – Arbeitstag

Aufstehen – Frühstück – Lazyjack & Grossegel montieren – Bimini montieren – Versuch, den neuen Windgeber zu montieren – Deck schrubben. Das war das Programm. Die Plexigläser in den Luken waren samt der Dichtungen ersetzt worden und nun allem Anschein nach auch dach dem Deck schrubben dann endlich mal dicht. Sollte jetzt das Problem der undichten Luken tatsächlich damit erledigt sein? Das wäre ja schon ein wahrer Fortschritt! Man glaubts ja nicht, wie lange man für den ganzen Kleinkram braucht, bis so ein Schiff wieder parat ist. Den Windgeber zu montieren haben wir nicht mehr geschafft, das neue Kabel liess sich nicht in den Mast ziehen.
Dann wollten wir los….
Aber das wohl nicht. Mit einem Mal ging das Bugstrahlruder nicht mehr, das ich Julia stolz vorführen wollte. Es stellte sich heraus, dass die Pole der vorderen Batterie derart oxidiert waren, dass da wohl kein Stromfluss mehr möglich war. Okan hat das aber in gekonnt souveräner Art schnell mal repariert. Dumm nur, dann es dann schon Abend war. Also nichts mit Bucht am Abend. Tanken mussten wir ja auch noch.

Am Vorabend bei Mehmed
Okan im Mast…

SONNTAG – Sailor’s House

Nach dem ausgezeichneten Frühstück von Julia gings dann los zum Tanken. Das hat ganz gut geklappt, bis auf kurzes Zicken des Motors. Der wollte nach dem Tanken nicht mehr anspringen. Ein wenig tätscheln und streicheln hat es dann aber gebracht und los gings!

Tankstop. Der kleine Tank fasst 180l. ca. 80 gingen rein. Das langt für ca. 40 Betriebsstunden. Also etwa 200sm
warten bis der Tank voll ist…

Jetzt durch die Bucht von Marmaris, zunächst ohne Segel. Man kann das zwar auch mit Segen machen, aber es gibt dort immer wieder unberechenbare Düseneffekte, sodass man ständig Kurs und Segel wechseln muss. Das lohnt sicht nicht. Blöderweise war dann draussen erstmal Flaute. Das ging aber nach einer Weile motoren dann vorbei und wir hatten so gut Wind, dass wir mit 8kn Fahrt mit nur dem Grosssegel und schterlichem Wind dann schneller waren als gedacht.

Erstmal Flaute vor Marmaris
Später dann achterlicher Wind und gut Fahrt…

Während der ganzen Zeit hat uns der Wind bis vor die Bucht beim Sailors House geschoben. Dann nochmal eine Halse und bis vor die Haustür gesegelt. Wunderbar! Auch das Anlegen haben wir gut hinbekommen und uns dann auf das Abendessen gefreut. Seit letztem Jahr gibt es ja neue Duschen, da kann man sich prima landfein machen und dann einkehren.

Blick vom Sailors House
Lecker Seebarsch

Murat und Okan haben uns wieder vorzüglich bedient! Einziges Problem war der Wind. Der blies immernoch kräftig und unüblich von Osten. Da wars dann doch ziemlich fris (frisch). Nach dem Essen war es dann Zeit, Richtung Boot zu gehen und den Tag ausklingen zu lassen.
Soweit der Plan. Hätten da nicht noch ein Rudel Russen für Aufruhr gesorgt in der Nacht. Die kamen ohne Positionslichter rein – und zwar hinter dem Steg, an dem man normalerweise festmacht. Eigentlich nicht so spektakulär. Aber zwei Meter Tiefgang und 1.5m Wasser sorgen nicht mehr für wirklich Wasser unter dem Kiel. Sie wurden dann von Murat rausgeschleppt und er hat das Boot dann souverän für die Crew an den Steg gefahren und angelegt. Auch noch neben uns. 🙁 Bisschen Fender schieben, dann ging das aber auch. Unsere Nachbarn links waren auch deutschsprechend, und der meinte nur ‹Na, die werden wohl auch noch besoffen sein…›
Wer weiss es. Ich kann nur sagen, dass am nächsten Morgen zwei prall gefüllte Müllsäcke mit Flaschen auf dem Boot standen. Liegt also im Bereich des Möglichen.

MONTAG – Bucht

Nach dem Frühstück haben wir uns bei Murat und Okan verabschiedet. Okan ist ein junger Mann, den ich von letztem Jahr noch kannte. Er mich auch – und so hat er erzählt, dass er das Mustang Logo, das ich ihm geschenkt hatte noch hat. Und auch, dass er in Deutschland eine Ausbildung zum Kapitän machen will. Super! Das ist eine tolle Sache und wir haben ihm viel Erfolg gewünscht und Kontaktdaten ausgetauscht.
Jetzt aber los in die Bucht Richtung Norden.

Knapp 8kn am Wind. So muss das sein.
17t in Fahrt…

Alles in allem auch wieder ein guter Segeltag und nach ein bisschen hin und her haben wir es auch geschafft, den Anker zu setzen. Dank der langen Ankerkette kann man es sich erlauben ein wenig weiter entfernt zu ankern und dann das Ankerbier zu geniessen, bevor der Grill angeworfen wird.

Eine Gület unter Segeln, das sieht man selten…
Nett hier in der Bucht
Ankerbier

DIENSTAG – Datca

Nach dem Frühstück mit morgendlichen Schwimmen haben wir beschlossen, den Plan vom Vorabend umzusetzen und nach Datca zu fahren. Glücklicherweise bin ich noch auf die Idee gekommen, einen Platz zu reservieren und so haben wir nun einen Liegeplatz direkt an der Stadt.

Liegeplatz direkt an der Stadt
Kleiner Hasensnack zu Mittag.


Noch Gemüse, Kräuter, Lammfleisch einkaufen und dann wollten wir los einen Roller mieten und nach Knidos. Soweit die Idee. Es gab nur zwei Hindernisse.

Rohrbruch auf der Strecke nach Knidos

Das eine war der Rohrbruch einer Hauptwasserleitung. Das zweite Hindernis war das, dass der Roller es einfach mit seinen 50ccm nicht den Berg hoch geschafft hat. Ich war dann doch etwas genervt, denn eigentlich wollte ich ja gleich einen 125ccm Motor. Der Youngster dort war aber wohl der irrigen Meinung, ich hätte dafür keine Lizenz. Und ich hätte nicht gedacht, dass es ein 50ccm Roller wirklich nicht auf einen Berg schafft. Ist aber so. An einer Spitzkehre ging ihm die Puste aus. Bei Vollgas 0 km/h.
Also umgekehrt, den untauglichen Roller zurückgegeben und Fisch essen gegangen….

Das Fischrestaurant. Hier haben wir unsere Nachbarn aus der Marina auch getroffen.
Lecker Fisch


1 thought on “Be flexible”

  • Hj, ihr beiden ! es war mal wieder erfrischend , endlich mal wieder eure Unternehmungen zu lesen und zu verfolgen. Vielen Dank für die Nachführung der dganzen Tage..!!Heute morgen waren noch keine Fotos angekommen, aber jetzt waren sie da ,und wir konnten uns so richtig daran erfreuen. Offensichtlich ist soweit alles in Ordnung, ..außer dem Windmesser! Oder hat Okan ihn installiert gebracht?
    Wettermäßig habt ihr bisher ja Glück gehabt und das wünschen wir euch weiterhin, obwohl es interessant wäre zu wissen,ob die Luken nun wirklich dicht sind…!
    Hier gibt es nichts Neues, wir genießen auch hier das schöne Mittelmeerwetter und Buzzi kann jeden Morgen zum Schwimmen gehen.
    Ich freue mich auf auf die nächsten Zeilen von eurem Törn und leben mit.
    Liebe Grüße senden Maus

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